
Die grösste Gefahr für Ihre Haut ist unsichtbar: Ein Grossteil der hautalternden UVA-Strahlung dringt durch Fensterglas und summiert sich Tag für Tag zu schleichenden Schäden.
- Normale Büro- und Autofenster blockieren UVB-Strahlen, lassen aber bis zu 60 % der tief eindringenden UVA-Strahlung passieren.
- Faktoren wie die Höhenlage in Österreich und Schneereflexion im Winter erhöhen diese Belastung auch an Tagen, an denen Sie nicht an Sonnenschutz denken.
Empfehlung: Betrachten Sie Sonnenschutz nicht als saisonale Massnahme, sondern als tägliche Routine zur Prävention, die auch Ihren Arbeitsplatz und Ihre Autofahrten miteinbezieht.
Sie sitzen an Ihrem Schreibtisch, die Sonne scheint mild durch das grosse Fenster. Sie fühlen sich geschützt, sicher. Im Auto auf dem Weg zur Arbeit geniessen Sie die Helligkeit. Ein Sonnenbrand ist in weiter Ferne, also besteht kein Grund zur Sorge, oder? Dies ist ein gefährlicher Trugschluss, dem viele Pendler und Büroangestellte in Österreich tagtäglich unterliegen. Während die für Sonnenbrand verantwortlichen UVB-Strahlen von Glas weitgehend blockiert werden, findet ein unsichtbarer Angriff auf Ihre Haut statt. Die Rede ist von UVA-Strahlung, dem stillen Faktor der Hautalterung.
Die gängige Meinung besagt, Sonnenschutz sei nur für den Strand oder den Skiurlaub an sonnigen Tagen notwendig. Doch die Wahrheit ist komplexer. Die tägliche, oft stundenlange Exposition gegenüber UVA-Strahlen, die durch Fenster dringen, ist ein kumulativer Prozess. Wie ein Konto, auf das täglich kleine Beträge eingezahlt werden, summiert sich der Schaden über Jahre und Jahrzehnte. Das Ergebnis sind tiefe Falten, der Verlust von Elastizität und Pigmentflecken – oft viel früher als biologisch vorgesehen. Es geht also nicht darum, ob die Sonne „stark“ scheint, sondern um die Summe der Belastung über die Zeit.
Doch wenn die eigentliche Gefahr nicht der Sonnenbrand ist, sondern ein schleichender Prozess, wie können wir uns dann wirksam schützen? Die Antwort liegt in einer fundamentalen Neuausrichtung unserer Denkweise. Wirksamer Schutz ist keine Frage des Ortes – drinnen oder draussen –, sondern eine ganzheitliche 360-Grad-Strategie. Es geht darum, die Mechanismen der stillen Hautalterung zu verstehen und eine tägliche Präventionsroutine zu etablieren, die Kleidung, die Wahl des Arbeitsplatzes und vor allem die richtige Hautpflege umfasst. Dieser Artikel führt Sie durch die Fakten und gibt Ihnen die Werkzeuge an die Hand, um Ihre persönliche UVA-Bilanz zu kontrollieren und Ihre Haut langfristig gesund und jugendlich zu erhalten.
In den folgenden Abschnitten werden wir die unsichtbaren Risiken aufdecken und Ihnen konkrete, alltagstaugliche Strategien für einen umfassenden Schutz in Österreich an die Hand geben. Verstehen Sie die wahren Ursachen der Hautalterung, um sie effektiv zu bekämpfen.
Inhaltsverzeichnis: Ihr Leitfaden zum Schutz vor unsichtbarer UVA-Strahlung
- Warum bräunt UVB, aber UVA lässt die Haut altern?
- Wie erkennen Sie Kleidung, die UV-Strahlen zuverlässig blockt?
- Tageslicht oder Blaulichtfilter: Was schützt vor Bildschirm-Strahlung?
- Der Irrtum „Keine Sonne, kein Schutz“, der zu schleichenden Schäden führt
- Warum brauchen Sie auch im österreichischen Winter Sonnenschutz im Gesicht?
- Wann sollten Sie einen Pigmentfleck vom Arzt kontrollieren lassen?
- Welches Serum benötigen Sie wirklich: Vitamin C, Retinol oder Niacinamid?
- Welches Serum strafft die Gesichtskonturen wirklich ab 40 Jahren?
Warum bräunt UVB, aber UVA lässt die Haut altern?
Um die unsichtbare Gefahr zu verstehen, müssen wir zwischen zwei Arten von UV-Strahlen unterscheiden. UVB-Strahlen sind kurzwellig und dringen nur in die oberste Hautschicht (Epidermis) ein. Sie sind die Hauptursache für Sonnenbrand und direkte DNA-Schäden, die zu Hautkrebs führen können. Ihr Körper reagiert darauf mit einer Bräunung als Schutzmechanismus. Glücklicherweise wird der Grossteil der UVB-Strahlung von normalem Fensterglas blockiert. Dies erzeugt das trügerische Gefühl der Sicherheit im Innenraum, da die offensichtlichste Warnung – der Sonnenbrand – ausbleibt.
UVA-Strahlen hingegen sind langwelliger und weitaus heimtückischer. Sie dringen tief in die Lederhaut (Dermis) ein, wo sich Kollagen- und Elastinfasern befinden – das Stützgerüst unserer Haut. Dort erzeugen sie freie Radikale, die diese Strukturen über Jahre hinweg langsam aber sicher abbauen. Dieser Prozess wird als „stille Hautalterung“ bezeichnet. Er findet ohne Rötung oder Schmerz statt. Das alarmierende daran ist, dass laut Experten wie dem Fensterhersteller VELUX bis zu 60 Prozent der UVA-Strahlung normales Fensterglas durchdringt. Jeden Tag im Büro am Fenster oder während der Autofahrt tragen Sie so zu Ihrem kumulativen Schaden bei.
Fallbeispiel: Die asymmetrische Alterung einer Büroangestellten
Ein eindrückliches Beispiel aus Italien verdeutlicht die Langzeitfolgen dieser einseitigen Belastung. Eine Sekretärin, die 15 Jahre lang an einem Fensterplatz arbeitete, zeigte eine dramatisch ungleiche Hautalterung. Ihre dem Fenster zugewandte linke Gesichtshälfte wirkte fast 20 Jahre älter als ihre rechte, geschütztere Seite. Dieses Phänomen zeigt unmissverständlich, dass tägliche, geringe Dosen von UVA-Strahlung über die Zeit massive strukturelle Schäden verursachen, selbst wenn nie ein Sonnenbrand auftrat.
Die Unterscheidung ist also klar: UVB verbrennt, UVA altert. Da wir im Alltag hinter Glas primär der UVA-Strahlung ausgesetzt sind, bekämpfen wir nicht das akute Risiko eines Sonnenbrandes, sondern die chronische, schleichende Zerstörung unserer Hautstruktur. Dies erfordert eine grundlegend andere Schutzstrategie als für den Urlaub am Strand.
Wie erkennen Sie Kleidung, die UV-Strahlen zuverlässig blockt?
Während Sonnenschutzmittel für das Gesicht unerlässlich sind, spielt auch Kleidung eine zentrale Rolle in einer 360-Grad-Schutzstrategie – nicht nur im Freien. Doch nicht jedes Textil schützt gleich gut. Die Schutzwirkung hängt von mehreren Faktoren ab: Dichte des Gewebes, Farbe und Material. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass jedes T-Shirt ausreichenden Schutz bietet. Tatsächlich kann ein leichtes, weisses Baumwoll-Shirt im nassen Zustand einen Lichtschutzfaktor von unter 5 aufweisen.
Grundsätzlich gilt: Je dichter ein Stoff gewebt ist, desto besser schützt er. Halten Sie das Kleidungsstück gegen das Licht. Je weniger Licht durchscheint, desto höher der Schutz. Dunkle Farben absorbieren mehr UV-Strahlen als helle. Synthetische Fasern wie Polyester und Nylon bieten oft einen besseren Schutz als natürliche Fasern wie Baumwolle oder Leinen. So blockiert dichter Jeansstoff fast 100 % der UV-Strahlung, während leichte Viskose oft nur 20 % abhält. Für den Alltag im Auto oder Büro kann ein locker gewebtes Hemd also eine erhebliche Menge an UVA-Strahlung durchlassen.

Für einen garantierten Schutz sollten Sie auf Kleidung mit ausgewiesenem UV-Schutzfaktor (UPF – Ultraviolet Protection Factor) achten. Ein besonders verlässliches Siegel ist der UV STANDARD 801. Dieser wurde von unabhängigen Forschungsinstituten in Deutschland, Österreich und der Schweiz entwickelt und gilt als der weltweit strengste Test. Im Gegensatz zu anderen Standards misst er den Schutzfaktor nicht nur am neuen, trockenen Textil, sondern auch unter realistischen Tragebedingungen – also gedehnt, nass und nach mehrmaligem Waschen. Dies garantiert den niedrigsten, aber verlässlichsten Schutzfaktor, den das Kleidungsstück bietet.
Obwohl spezielle UV-Schutzkleidung eher für Outdoor-Aktivitäten konzipiert ist, hilft das Wissen um die Schutzwirkung von Textilien auch im Alltag. Ein dicht gewebtes, dunkleres Oberteil bietet auf der Fahrt zur Arbeit bereits einen besseren Basisschutz für Arme und Oberkörper als ein helles, luftiges Sommerkleid.
Tageslicht oder Blaulichtfilter: Was schützt vor Bildschirm-Strahlung?
In der modernen Arbeitswelt dreht sich die Diskussion oft um das von Bildschirmen emittierte Blaulicht (HEV-Licht). Zwar gibt es Hinweise, dass hochintensive Blaulichtexposition zur Bildung freier Radikale beitragen kann, doch aus dermatologischer Sicht ist die Gefahr im Vergleich zur Strahlung, die durch das Bürofenster kommt, verschwindend gering. Die Priorität im Kampf gegen die stille Hautalterung liegt eindeutig auf dem Management der UVA-Strahlung aus dem Tageslicht.
Wer seinen Arbeitsplatz am Fenster hat und sich daher für mehrere Stunden im Sonnenlicht aufhält, ist ebenfalls nicht gut vor UVA-Strahlen geschützt.
– La Roche Posay, Sonnenschutz-Ratgeber
Das grösste Risiko im Büro ist nicht der Monitor vor Ihnen, sondern das Fenster neben Ihnen. Entscheidend ist die Art des Glases, das Sie umgibt. Während Windschutzscheiben im Auto aus Verbund-Sicherheitsglas bestehen und einen Grossteil der UVA-Strahlung blockieren, sieht es bei Seiten- und Heckscheiben sowie bei typischen Bürofenstern völlig anders aus. Diese bestehen oft aus Einscheiben- oder Standard-Isolierglas, die eine hohe UVA-Durchlässigkeit aufweisen. Der folgende Vergleich, basierend auf Daten des Deutschen Krebsinformationsdienstes, macht die Unterschiede deutlich.
| Glasart | UVA-Durchlässigkeit | UVB-Durchlässigkeit | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|
| Verbund-Sicherheitsglas | 2-4% | 0% | Windschutzscheiben |
| Einscheibenglas (ESG) | 60% | <5% | Seitenscheiben Auto |
| Standard-Fensterglas | 50-60% | <3% | Bürofenster |
Diese Zahlen zeigen klar: Während der Fahrer im Auto relativ gut geschützt ist, sind Beifahrer und vor allem Personen auf der Rückbank sowie Büroangestellte an Fensterplätzen einer erheblichen täglichen Dosis an UVA-Strahlung ausgesetzt. Die Investition in einen Blaulichtfilter für den Bildschirm ist zwar nicht schädlich, lenkt aber vom eigentlichen Problem ab. Eine weitaus effektivere Massnahme ist das Anbringen spezieller UV-Schutzfolien an den Fenstern, die bis zu 99% der UV-Strahlung blockieren können, oder – noch einfacher – das konsequente Auftragen eines Breitband-Sonnenschutzes auch am Arbeitsplatz.
Der Irrtum „Keine Sonne, kein Schutz“, der zu schleichenden Schäden führt
Einer der hartnäckigsten Mythen im Bereich Sonnenschutz ist die Annahme, dass Schutz nur bei strahlend blauem Himmel und direkter Sonneneinstrahlung notwendig sei. Dies ist aus zwei Gründen ein fataler Irrtum, insbesondere im geografischen Kontext Österreichs. Erstens können bis zu 80 % der UV-Strahlen eine leichte Wolkendecke durchdringen. Ein bewölkter Tag bedeutet also keinesfalls, dass keine UV-Belastung stattfindet. Der kumulative Schaden entsteht auch an grauen Tagen.
Zweitens, und das ist für Österreich von besonderer Relevanz, spielt die Höhenlage eine entscheidende Rolle. Die Atmosphäre, die uns vor UV-Strahlung schützt, wird mit zunehmender Höhe dünner. Als Faustregel gilt: Pro 1000 Höhenmeter steigt die UV-Intensität um etwa 10-12 %. Das bedeutet, dass ein Pendler, der beispielsweise in einer höher gelegenen Gemeinde in Tirol oder der Steiermark lebt und nach Innsbruck oder Graz zur Arbeit fährt, bereits auf dem Weg einer erhöhten Strahlendosis ausgesetzt ist – selbst an einem bewölkten Tag und hinter Autoglas.
Dieser Effekt wird oft unterschätzt, da er nicht mit einer erhöhten Wärmeempfindung einhergeht. Die UV-Strahlung ist unsichtbar und nicht fühlbar. Man kann an einem kühlen, bewölkten Tag in den Bergen eine höhere UV-Dosis erhalten als an einem heissen, klaren Tag im Flachland. Dieser Umstand macht die ganzjährige Prävention zu einer Notwendigkeit, die weit über das klassische „Sommer-Sonne-Strand“-Denken hinausgeht.
Der Irrtum „Keine Sonne, kein Schutz“ führt dazu, dass die UVA-Bilanz über das Jahr hinweg unkontrolliert ansteigt. Die Hautalterung wird nicht nur durch die wenigen Wochen intensiver Sommersonne vorangetrieben, sondern durch die konstante, unterschwellige Belastung an 365 Tagen im Jahr. Die Erkenntnis, dass UV-Strahlung eine umgebungs- und höhenabhängige, aber keine rein wetterabhängige Grösse ist, ist der Schlüssel zu einem wirklich effektiven, lebenslangen Schutz.
Warum brauchen Sie auch im österreichischen Winter Sonnenschutz im Gesicht?
Der Winter in Österreich ist für viele die Zeit des gemütlichen Rückzugs. Die Sonne steht tief, die Tage sind kurz – die Gefahr scheint gebannt. Doch das Gegenteil ist der Fall, insbesondere wenn Schnee liegt. Eine frische Schneedecke wirkt wie ein riesiger Spiegel und reflektiert bis zu 90 % der UV-Strahlung. Dadurch werden Sie quasi von oben und von unten bestrahlt, was die Gesamtdosis erheblich erhöht. Ein Spaziergang durch eine verschneite Landschaft oder ein Tag auf der Skipiste kann die Haut einer intensiveren UV-Belastung aussetzen als ein Sommertag am See.

Zusätzlich zu dieser erhöhten Strahlung wird die Haut im Winter durch Kälte und trockene Heizungsluft extrem gestresst. Die Hautbarriere wird geschwächt und anfälliger für Schäden. Experten weisen darauf hin, dass die Talgdrüsen ihre Fettproduktion bei Temperaturen unter +8°C stark reduzieren oder ganz einstellen. Wie Experten auf Beauty.at erklären: „Bei einer Skiabfahrt bei 0°C kühlt die Hautoberfläche auf bis zu -15° ab. Und das ohne schützenden Talgfilm auf der Haut.“ Diese Kombination aus geschwächter Barriere und intensivierter UV-Strahlung ist eine toxische Mischung, die den Alterungsprozess massiv beschleunigt.
Selbst wenn Sie nicht in den Bergen unterwegs sind, ist das Risiko präsent. Während der Autofahrt an einem sonnigen Wintertag trifft die durch die Seitenscheiben dringende UVA-Strahlung auf eine bereits geschwächte Haut. Die Reflexionen von verschneiten Feldern und Dächern verstärken diesen Effekt. Sonnenschutz im Winter ist daher keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Eine reichhaltigere Pflegeformulierung, die sowohl Feuchtigkeit spendet und die Hautbarriere stärkt als auch einen hohen Breitbandschutz (UVA und UVB) bietet, ist in den Wintermonaten in Österreich unerlässlich.
Die Vernachlässigung des Sonnenschutzes im Winter ist ein kritischer Fehler in der persönlichen UVA-Bilanz. Die Kombination aus Kälte, trockener Luft und hoher Reflexion macht die Haut besonders verwundbar. Ganzjahres-Prävention ist der einzige Weg, um dem kumulativen Schaden wirksam entgegenzuwirken.
Wann sollten Sie einen Pigmentfleck vom Arzt kontrollieren lassen?
Eine umfassende Präventionsstrategie beinhaltet nicht nur den Schutz vor zukünftigen Schäden, sondern auch die regelmässige Kontrolle bestehender Pigmentmale. Die kumulative UVA-Belastung, der wir im Büro, im Auto und im Alltag ausgesetzt sind, erhöht nicht nur das Risiko für vorzeitige Hautalterung, sondern auch für die Entstehung von Hautkrebs. Daher ist die regelmässige Selbstuntersuchung und professionelle Vorsorge von entscheidender Bedeutung.
Als Hilfsmittel zur Selbstkontrolle dient die ABCDE-Regel. Sie hilft, potenziell bösartige Veränderungen von harmlosen Muttermalen zu unterscheiden. Beobachten Sie Ihre Pigmentmale und achten Sie auf folgende Kriterien:
- A für Asymmetrie: Ist das Mal ungleichmässig geformt?
- B für Begrenzung: Ist der Rand unscharf, zackig oder unregelmässig?
- C für Colorit (Farbe): Hat das Mal mehrere Farbtöne (z. B. hellbraun, dunkelbraun, schwarz, rötlich)?
- D für Durchmesser: Ist es grösser als 5-6 Millimeter (die Grösse eines Bleistiftendes)?
- E für Erhabenheit oder Entwicklung: Ist das Mal tastbar erhaben oder hat es sich in letzter Zeit verändert (in Grösse, Form oder Farbe)?
Wenn einer oder mehrere dieser Punkte auf ein Muttermal zutreffen oder wenn ein Mal juckt, blutet oder nässt, sollten Sie umgehend einen Hautarzt aufsuchen. Mindestens einmal im Jahr wird zudem eine professionelle Hautkrebsvorsorgeuntersuchung durch einen Dermatologen empfohlen, der mit einem Auflichtmikroskop auch kleinste Veränderungen erkennen kann.
Hierbei ist eine aktuelle Entwicklung in Österreich zu beachten: Die Kostenübernahme für diese wichtige Vorsorgeuntersuchung hat sich geändert. Wie der ORF Niederösterreich berichtet, ist die Untersuchung in Bundesländern wie der Steiermark, Tirol und Vorarlberg schon länger privat zu bezahlen. Nun stellen auch immer mehr Ärzte in anderen Bundesländern, wie etwa Niederösterreich, auf dieses System um und rechnen die Vorsorge nicht mehr direkt mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) ab. Es ist daher ratsam, sich vorab bei Ihrem Hautarzt über die Modalitäten und Kosten der Untersuchung zu informieren. Trotz eventueller Kosten sollte diese Untersuchung als wichtige Investition in die eigene Gesundheit betrachtet werden.
Welches Serum benötigen Sie wirklich: Vitamin C, Retinol oder Niacinamid?
Nachdem wir die vielfältigen Quellen des kumulativen UVA-Schadens beleuchtet haben, wenden wir uns den wirksamsten Waffen der Hautpflege zu: den Wirkstoffseren. Ein täglicher Breitband-Sonnenschutz ist die erste und wichtigste Verteidigungslinie. Doch um die Haut zusätzlich zu schützen und bereits entstandene Schäden zu reparieren, ist der gezielte Einsatz von Antioxidantien und zellerneuernden Wirkstoffen unerlässlich. Die drei bekanntesten und am besten erforschten sind Vitamin C, Retinol und Niacinamid.
Jeder dieser Wirkstoffe hat eine spezifische Rolle in der 360-Grad-Schutzstrategie. Es geht nicht um ein „Entweder-Oder“, sondern um ein intelligentes „Sowohl-Als-Auch“, das sich am Biorhythmus der Haut orientiert. Die folgende Tabelle, basierend auf Empfehlungen von Pflegeexperten wie BIPA, gibt einen Überblick über die optimale Anwendung.
| Wirkstoff | Morgens/Abends | Hauptwirkung | Anti-UVA-Benefit |
|---|---|---|---|
| Vitamin C | Morgens | Antioxidativ | Neutralisiert freie Radikale |
| Retinol | Abends | Zellregeneration | Repariert Kollagenschäden |
| Niacinamid | Beides | Barrierestärkung | Reduziert Pigmentflecken |
Vitamin C (L-Ascorbinsäure) ist das perfekte Morgenserum. Es wird unter dem Sonnenschutz aufgetragen und wirkt als starkes Antioxidans. Es neutralisiert die freien Radikale, die durch die unvermeidlich durchdringende UVA-Strahlung entstehen, bevor sie Kollagenschäden anrichten können. Es ist wie eine zusätzliche Sicherheitsschicht für Ihre Haut. Retinol (Vitamin A) ist der Goldstandard für die Nacht. Es regt die Zellregeneration an und stimuliert die Kollagenproduktion. Es hilft also, die über den Tag entstandenen Schäden zu reparieren und das Hautgerüst wieder zu stärken. Niacinamid (Vitamin B3) ist ein Allrounder. Es stärkt die Hautbarriere, reduziert Pigmentflecken (eine häufige Folge von UVA-Schäden) und wirkt entzündungshemmend. Es kann sowohl morgens als auch abends verwendet werden.
Ihr Aktionsplan: Anti-UVA-Pflegeroutine für den Büroalltag
- Morgens: Reinigen Sie Ihr Gesicht, tragen Sie ein Vitamin-C-Serum auf und schliessen Sie mit einer Feuchtigkeitscreme mit LSF 30 oder 50 ab, auch wenn Sie nur ins Büro gehen.
- Tagsüber: Wenn Sie an einem sonnigen Fensterplatz sitzen, frischen Sie Ihren Sonnenschutz mittags auf. Hierfür eignen sich praktische Sonnenschutz-Sprays, die über dem Make-up angewendet werden können.
- Abends: Führen Sie eine gründliche Doppelreinigung durch, um Sonnenschutz und Schmutz zu entfernen. Tragen Sie anschliessend ein Niacinamid-Serum zur Barrierestärkung auf.
- Gezielte Reparatur: Integrieren Sie 2-3 Mal pro Woche abends ein Retinol-Serum in Ihre Routine. Beginnen Sie mit einer niedrigen Konzentration und steigern Sie die Anwendung langsam, um die Haut daran zu gewöhnen.
- Zellerneuerung unterstützen: Verwenden Sie einmal pro Woche ein sanftes chemisches Peeling (z.B. mit AHA- oder PHA-Säuren), um abgestorbene Hautzellen zu entfernen und die Wirkung Ihrer Seren zu verbessern.
Das Wichtigste in Kürze
- Kumulativer Schaden: Die tägliche, unterschwellige UVA-Belastung durch Fenster im Büro und Auto ist die Hauptursache für vorzeitige Hautalterung.
- Ganzjahres-Risiko: Faktoren wie Höhenlage und Schneereflexion in Österreich erhöhen die UV-Dosis auch an bewölkten Tagen und im Winter.
- 360-Grad-Schutz: Eine wirksame Strategie kombiniert täglichen Breitband-Sonnenschutz, die Wahl der richtigen Kleidung und eine gezielte Pflegeroutine mit Wirkstoffen wie Vitamin C und Retinol.
Welches Serum strafft die Gesichtskonturen wirklich ab 40 Jahren?
Der Verlust von festen Gesichtskonturen, insbesondere entlang der Kinnlinie und an den Wangen, ist eines der sichtbarsten Zeichen der Hautalterung ab 40. Viele glauben, dies sei ein unvermeidlicher Prozess, der allein auf die Schwerkraft und die Genetik zurückzuführen ist. Die Wahrheit ist jedoch, dass der Haupttreiber dieses Strukturverlustes der über Jahre angesammelte, kumulative UVA-Schaden ist. Diesen Zusammenhang bestätigt auch der Experte Dr. Babak Adib in einem Interview mit BIPA.
Die Hauptursache für den Verlust der Gesichtskonturen ist der durch UVA-Strahlung verursachte Abbau von Kollagen.
– Dr. Babak Adib, BIPA Experteninterview
Wie wir gesehen haben, dringen UVA-Strahlen tief in die Dermis ein und zerstören das Kollagen- und Elastingeflecht, das der Haut ihre Festigkeit und Spannkraft verleiht. Ein Serum, das die Gesichtskonturen wirklich straffen soll, muss also genau hier ansetzen: Es muss in der Lage sein, die hauteigene Kollagenproduktion anzukurbeln, um die entstandenen Strukturschäden zu kompensieren. Während Retinol hier bereits eine hervorragende Arbeit leistet, gibt es eine weitere Wirkstoffklasse, die speziell für diese Aufgabe entwickelt wurde: Peptide.
Peptide sind kurze Ketten von Aminosäuren, die als Botenstoffe in der Haut fungieren. Bestimmte Peptid-Komplexe können den Hautzellen signalisieren, mehr Kollagen zu produzieren. Sie wirken wie ein Anstoss für den hauteigenen Reparaturmechanismus. Langzeitstudien zeigen, dass moderne Peptid-Seren nachweislich die Kollagensynthese stimulieren und so den durch UVA-Schäden verursachten Dichteverlust in der Haut teilweise ausgleichen können. Sie helfen, das „Fundament“ der Haut von innen heraus wieder aufzubauen.
Das wirksamste Serum zur Straffung der Gesichtskonturen ab 40 ist daher nicht eines, das nur oberflächlich Feuchtigkeit spendet, sondern eines, das tiefenwirksame, kollagenstimulierende Inhaltsstoffe enthält. Eine ideale Strategie kombiniert ein Peptid-Serum (morgens oder abends anwendbar) mit der nächtlichen Anwendung von Retinol. Diese Kombination adressiert den alters- und sonnenbedingten Kollagenabbau von zwei Seiten: Retinol beschleunigt die Zellerneuerung, während Peptide gezielt die Neuproduktion von Kollagen anregen. Und die wichtigste Regel bleibt: Ohne täglichen, konsequenten UVA-Schutz ist die Wirkung selbst des teuersten Serums nur ein Tropfen auf den heissen Stein, da der Abbauprozess ungehindert weiterläuft.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Hautkrebsvorsorge
Was bedeutet A in der ABCDE-Regel?
A steht für Asymmetrie. Ein gesundes Muttermal ist in der Regel rund oder oval und somit symmetrisch. Wenn Sie eine gedachte Linie durch die Mitte ziehen, sollten beide Hälften etwa gleich aussehen. Unregelmässige, nicht symmetrische Formen können ein Warnsignal sein und sollten beobachtet werden.
Wann ist der Durchmesser eines Muttermals bedenklich?
D steht für Durchmesser. Als Faustregel gilt, dass Muttermale, die einen Durchmesser von mehr als 5 bis 6 Millimetern haben (etwa die Grösse des Radiergummis an einem Bleistiftende), genauer beobachtet werden sollten. Dies gilt insbesondere für neu entstandene oder wachsende Male.
Was tun bei blutenden Muttermalen?
Juckende, nässende oder blutende Muttermale sind ernstzunehmende Warnsignale. Solche Symptome deuten auf eine Veränderung oder Entzündung im Gewebe hin. In einem solchen Fall sollten Sie nicht zögern und umgehend einen Hautarzt zur Abklärung aufsuchen.