
Die Rettung Ihrer Haut im österreichischen Winter liegt nicht in dickeren Cremes, sondern in einer strategischen Stärkung Ihrer Hautbarriere.
- Temperaturschocks zwischen warmer Wohnung und Kälte draussen schwächen die Kapillaren; eine gezielte Pflege schützt sie.
- Die richtige Schichttechnik („Lipid-Locking“) schliesst Feuchtigkeit effektiver ein als jede Einzelcreme.
- Sonnenschutz ist auch auf der Skipiste in den Alpen kein Luxus, sondern ein Muss, um langfristige Schäden zu verhindern.
Empfehlung: Konzentrieren Sie sich auf den Wiederaufbau von Lipiden und Ceramiden und passen Sie Ihre Routine an die Minusgrade an, anstatt nur Symptome zu behandeln.
Der österreichische Winter hat zwei Gesichter: Einerseits die malerische Schneelandschaft, die zum Skifahren in den Alpen lockt, andererseits die unerbittliche Kälte und die trockene Heizungsluft in den Städten. Für unsere Haut bedeutet dieser ständige Wechsel eine enorme Belastung. Sie reagiert mit Symptomen, die viele Frauen in Österreich kennen: Spannungsgefühle, hartnäckige Rötungen, trockene, schuppige Stellen und ein müder, fahler Teint. Die üblichen Ratschläge – mehr trinken, reichhaltiger cremen – greifen oft zu kurz. Sie behandeln die Symptome, aber nicht die Ursache des Problems.
Der Kern des Problems liegt tiefer: Die natürliche Schutzfunktion unserer Haut, die sogenannte Hautbarriere, wird durch die extremen Bedingungen geschwächt. Sie verliert Feuchtigkeit und Lipide, wird durchlässiger für Reizstoffe und reagiert empfindlicher. Aber was, wenn der Schlüssel nicht darin liegt, die Haut mit immer reichhaltigeren Produkten zu überladen, sondern ihre Widerstandsfähigkeit strategisch wieder aufzubauen? Der Ansatz ist, die physiologischen Reaktionen der Haut auf das spezifische österreichische Winterklima zu verstehen und proaktiv eine „Hautbarriere-Architektur“ zu betreiben, anstatt nur reaktiv auf Irritationen zu reagieren.
Dieser Leitfaden führt Sie durch die entscheidenden Aspekte einer widerstandsfähigen Winterhaut. Wir werden die Mechanismen hinter geplatzten Äderchen verstehen, die richtige Auftragetechnik für maximale Feuchtigkeit erlernen und klären, warum Sonnenschutz auch bei Schneefall unerlässlich ist. Ziel ist es, Ihnen das dermatologische Wissen an die Hand zu geben, um Ihre Haut nicht nur zu schützen, sondern sie gestärkt und strahlend durch die kalte Jahreszeit zu bringen.
Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Strategien, um Ihre Haut gesund durch den Winter zu bringen. Entdecken Sie die entscheidenden Schritte für eine widerstandsfähige und strahlende Haut, selbst bei klirrender Kälte und trockener Heizungsluft.
Inhaltsverzeichnis: Ihr Plan für eine gesunde Winterhaut in Österreich
- Warum platzen Äderchen im Gesicht bei schnellem Temperaturwechsel?
- Wie tragen Sie Pflegeprodukte auf, um die Feuchtigkeit den ganzen Tag einzuschliessen?
- Gel oder Creme: Was braucht Ihre Haut bei Minusgraden wirklich?
- Der Peeling-Fehler, der Ihre Hautbarriere im Winter zerstört
- Welche Vitamine unterstützen den Teint in der dunklen Jahreszeit am besten?
- Warum brauchen Sie auch im österreichischen Winter Sonnenschutz im Gesicht?
- Wie bauen Sie eine Pflegeroutine auf, die Ihre Hautbarriere stärkt statt sie zu überfordern?
- Wie behandeln Sie trockene Schienbeine und Körperakne gleichzeitig richtig?
Warum platzen Äderchen im Gesicht bei schnellem Temperaturwechsel?
Das Phänomen ist vielen bekannt: Man kommt aus der klirrenden Kälte in einen überheizten Raum und sofort spannen die Wangen und eine sichtbare Rötung breitet sich aus. Verantwortlich dafür ist ein extremer Stress für die feinen Blutgefässe im Gesicht, die Kapillaren. Bei Kälte ziehen sie sich zusammen, um den Wärmeverlust des Körpers zu minimieren. Beim Betreten eines warmen Raumes weiten sie sich schlagartig wieder. Dieses ständige Zusammenziehen und Ausdehnen, das sogenannte Thermoschock-Management der Haut, kann die Elastizität der Gefässwände auf Dauer überfordern. Wenn die Wände schwach sind, können sie dieser Belastung nicht mehr standhalten, bleiben erweitert und werden als feine rote oder bläuliche Linien sichtbar – oft als Couperose bezeichnet.
Die Belastung ist immens: Im Winter erleben wir mehrmals täglich einen Temperaturunterschied von bis zu 30°C, wie Experten vom Dermatologikum Hamburg bestätigen. Dieser ständige Wechsel ist der Hauptauslöser für die Entstehung oder Verschlimmerung von Rötungen. Besonders betroffen sind Menschen mit einer genetischen Veranlagung zu schwachem Bindegewebe oder einer beginnenden Rosazea. Die trockene Heizungsluft entzieht der Haut zusätzlich Feuchtigkeit, was die Schutzbarriere schwächt und die Haut noch anfälliger für Irritationen und die sichtbaren Folgen des Temperaturstresses macht.
Zur Prävention ist es entscheidend, die Kapillarwände von innen und aussen zu stärken. Eine gezielte Pflege mit Inhaltsstoffen wie Vitamin C und Rutin kann die Gefässe stabilisieren. Gleichzeitig hilft eine physikalische Schutzschicht in Form einer Cold Cream, den abrupten Temperatursturz beim Verlassen des Hauses abzumildern. Es geht darum, die Haut nicht passiv den Elementen auszusetzen, sondern ihre Fähigkeit zur Selbstregulation aktiv zu unterstützen.
Wie tragen Sie Pflegeprodukte auf, um die Feuchtigkeit den ganzen Tag einzuschliessen?
Im Winter verliert die Haut durch die geringe Luftfeuchtigkeit draussen und die trockene Heizungsluft drinnen kontinuierlich an Wasser. Eine reichhaltige Creme allein reicht oft nicht aus, da ihre Wirkung schnell nachlässt. Der Schlüssel zu langanhaltender Hydratation liegt nicht nur im „Was“, sondern vor allem im „Wie“ des Auftragens. Die effektivste Methode ist das sogenannte „Lipid-Locking“, auch bekannt als „Moisture Sandwiching“. Hierbei werden Produkte in einer spezifischen Reihenfolge aufgetragen, um die Feuchtigkeit buchstäblich in der Haut einzuschliessen.
Die Technik basiert auf einem einfachen Prinzip: Feuchtigkeit (Wasser) wird zuerst auf die Haut gebracht und dann mit einer lipid- (fett-)haltigen Schicht versiegelt, die das Verdunsten verhindert. Auf die frisch gereinigte, noch leicht feuchte Haut wird zunächst eine wässrige Grundlage wie ein Thermalwasserspray oder ein feuchtigkeitsspendender Toner aufgetragen. Unmittelbar danach folgt ein Serum mit wasserbindenden Inhaltsstoffen wie mehrkettiger Hyaluronsäure oder Glycerin. Diese Wirkstoffe ziehen die Feuchtigkeit tief in die Haut. Der entscheidende letzte Schritt ist eine reichhaltige Creme, die Ceramide, Squalan oder Sheabutter enthält. Diese Lipide bilden einen schützenden Film, der die zuvor eingebrachte Feuchtigkeit versiegelt und die Hautbarriere repariert.

Wie auf der Abbildung zu sehen, verschmelzen die unterschiedlichen Texturen zu einer schützenden Einheit. Diese Schicht-für-Schicht-Methode sorgt dafür, dass die Haut nicht nur oberflächlich gepflegt wird, sondern ihre Feuchtigkeitsspeicher über viele Stunden gefüllt bleiben. Das Ergebnis ist eine prallere, widerstandsfähigere Haut, die Spannungsgefühlen und Trockenheitsfältchen effektiv trotzt.
Praxisbeispiel: Die Moisture Sandwiching Technik
Die Layering-Methode, wie sie von Experten empfohlen wird, wird erfolgreich angewendet, indem mehrere Pflegeprodukte in Schichten auf die Haut aufgetragen werden. Beginnend mit einem feuchtigkeitsspendenden Thermalwasserspray auf das gereinigte Gesicht, folgt ein Hyaluronserum und abschliessend eine reichhaltige Creme. Diese Technik unterstützt die Haut dabei, ihre natürliche Barriere aufrechtzuerhalten und schützt vor frostigen Temperaturen.
Gel oder Creme: Was braucht Ihre Haut bei Minusgraden wirklich?
Die Faustregel für die Hautpflege im Winter lautet: Den Wasseranteil reduzieren und den Fettanteil erhöhen. Bevorzugen Sie Wasser-in-Öl-Emulsionen, um die Haut optimal zu versorgen.
– Dermatologikum Hamburg, Hautpflege-Tipps im Winter
Diese Expertenregel fasst die grösste Herausforderung der Winterpflege zusammen: die Wahl der richtigen Textur. Viele greifen intuitiv zu ihrer gewohnten Feuchtigkeitspflege, doch leichte Gel-Texturen können bei Minusgraden kontraproduktiv sein. Produkte mit einem hohen Wasseranteil können auf der Hautoberfläche gefrieren und sie zusätzlich schädigen. Bei Temperaturen unter 0°C benötigt die Haut eine andere Art von Schutz – eine Barriere, die nicht nur Feuchtigkeit spendet, sondern die Haut wie ein warmer Mantel vor der Kälte isoliert.
Die Entscheidung zwischen Gel und Creme hängt direkt von der Aussentemperatur und dem geplanten Aufenthalt im Freien ab. Für den Aufenthalt in beheizten Innenräumen kann ein leichtes Gel-Produkt unter einer Tagespflege als Feuchtigkeitsbooster sinnvoll sein. Sobald es jedoch nach draussen in die Kälte geht, sind reichhaltige Cremes auf Lipidbasis (Wasser-in-Öl-Emulsionen) unerlässlich. Diese enthalten einen höheren Anteil an Fetten wie Ceramiden, Sheabutter oder Squalan, die einen schützenden Film auf der Haut bilden. Dieser Film verhindert den transepidermalen Wasserverlust und schützt die Hautbarriere vor dem aggressiven Kältereiz.
Die folgende Tabelle gibt eine klare Orientierung, welche Textur für welche winterlichen Bedingungen in Österreich am besten geeignet ist, um die Haut optimal zu schützen und eine geschwächte Hautbarriere zu vermeiden.
| Textur | Temperaturbereich | Beste Anwendung | Inhaltsstoffe |
|---|---|---|---|
| Gel | Über 0°C / Innenräume | Unter einer Creme als Feuchtigkeitsbooster | Mehrkettige Hyaluronsäure, Glycerin |
| Gel-Creme | 0°C bis -5°C | Mischhaut, T-Zone fettig | Leichte Lipide + Hyaluronsäure |
| Reichhaltige Creme | Unter 0°C | Längere Aufenthalte im Freien | Ceramide, Sheabutter, Squalan |
Der Peeling-Fehler, der Ihre Hautbarriere im Winter zerstört
Wenn die Haut im Winter trocken und schuppig wird, ist der erste Impuls oft, zu einem Peeling zu greifen, um die abgestorbenen Hautschüppchen zu entfernen. Doch genau hier lauert einer der grössten Fehler in der Winterpflege. Aggressive mechanische Peelings mit groben Körnchen wirken auf die bereits gestresste und geschwächte Hautbarriere wie Schleifpapier. Sie entfernen nicht nur die unerwünschten Schüppchen, sondern auch die wertvollen Lipide, die die Haut zusammenhalten. Das Ergebnis ist eine noch trockenere, gerötete und gereizte Haut, die ihren Schutzfunktionen kaum noch nachkommen kann.
Der Verzicht auf jegliche Exfoliation ist jedoch auch keine Lösung, da sich sonst Pflegeprodukte nicht optimal aufnehmen lassen und der Teint fahl wirkt. Die Lösung liegt in einer mikrobiom-freundlichen Exfoliation. Anstelle mechanischer Reizung sollte man auf sanfte chemische oder enzymatische Peelings setzen. Enzympeelings, beispielsweise mit Papain oder Bromelain, lösen die Verbindungen zwischen den toten Hautzellen, ohne die lebenden Zellen darunter zu beeinträchtigen. Fruchtsäurepeelings mit niedriger Konzentration (z. B. Milchsäure oder Mandelsäure) spenden zusätzlich Feuchtigkeit und sind ebenfalls eine gute Alternative für den Winter.
Wichtig ist die Frequenz: Während im Sommer ein Peeling 1-2 Mal pro Woche sinnvoll sein kann, sollte man es im Winter auf maximal einmal alle 7-10 Tage reduzieren. Der Winter ist zudem, wie Dermatologen betonen, die ideale Zeit für professionelle Behandlungen wie Mikrodermabrasion oder stärkere Fruchtsäurepeelings, da die geringere UV-Belastung das Risiko von Pigmentstörungen minimiert. Diese sollten jedoch nur bei einer intakten und stabilen Hautbarriere durchgeführt werden.
Ihr Plan zur Auditierung Ihrer Peeling-Routine
- Bestandsaufnahme: Listen Sie alle Ihre aktuellen Peeling-Produkte auf (mechanisch, enzymatisch, Säuren). Notieren Sie die Wirkstoffe und die Anwendungshäufigkeit.
- Bewertung der Aggressivität: Identifizieren Sie Produkte mit groben Schleifpartikeln (z.B. Aprikosenkerne, Zucker). Diese sollten im Winter pausiert werden.
- Analyse der Hautbarriere: Prüfen Sie Ihre Haut auf Anzeichen von Stress: Rötungen, Spannungsgefühle, Brennen. Ist dies der Fall, legen Sie eine vollständige Peeling-Pause von 2-3 Wochen ein.
- Wahl der sanften Alternative: Recherchieren Sie Enzympeelings oder niedrig dosierte Milchsäure-Produkte als Ersatz für die Wintermonate.
- Implementierungsplan: Führen Sie das neue, sanfte Peeling langsam ein (zuerst nur alle 10 Tage) und beobachten Sie die Reaktion Ihrer Haut genau, bevor Sie die Frequenz erhöhen.
Welche Vitamine unterstützen den Teint in der dunklen Jahreszeit am besten?
Ein strahlender Teint kommt nicht nur von aussen, sondern massgeblich von innen. Gerade in den dunklen Wintermonaten, wenn die Sonneneinstrahlung in Österreich stark abnimmt, leidet nicht nur unsere Stimmung, sondern auch unsere Haut unter einem Mangel an wichtigen Nährstoffen. Allen voran steht das Vitamin D, das „Sonnenvitamin“. Es spielt eine entscheidende Rolle bei der Zellteilung, der Stärkung der Hautbarriere und wirkt entzündungshemmend. Da die körpereigene Produktion durch die geringe UV-B-Strahlung im Winter stark reduziert ist, ist ein Mangel weit verbreitet. Studien zeigen, dass in den Wintermonaten rund 60% der Österreicher einen Vitamin-D-Mangel aufweisen, was sich direkt auf die Hautgesundheit auswirken kann.
Neben Vitamin D sind weitere Vitamine und Nährstoffe für die Hautgesundheit im Winter essenziell. Vitamin C ist ein starkes Antioxidans, das die Haut vor freien Radikalen schützt und für die Kollagenproduktion unerlässlich ist. Es hilft zudem, die Wände der kleinen Blutgefässe zu stärken, was Rötungen und geplatzten Äderchen vorbeugt. Eine gute Quelle sind typische österreichische Winterlebensmittel wie Sauerkraut, Hagebutten und Sanddorn. Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A), enthalten in Kürbis oder Karotten, unterstützt die Zellerneuerung und verleiht der Haut einen gesunden, frischen Ton. Essenzielle Omega-3-Fettsäuren aus fettem Fisch, Lein- oder Chiasamen sind zudem entscheidend für den Aufbau einer intakten, lipidreichen Hautbarriere.
Auch die topische Anwendung von Vitaminen ist im Winter von grosser Bedeutung. Der Winter ist die ideale Jahreszeit für Behandlungen mit Retinoiden (Vitamin-A-Derivaten), da die geringere UV-Exposition das Risiko von Hautreizungen verringert. Sie sind äusserst wirksam bei der Förderung der Zellerneuerung und der Kollagenstimulation. Wichtig ist jedoch, eine Retinoid-Behandlung nur bei einer stabilen Hautbarriere zu beginnen und die Haut langsam daran zu gewöhnen.
Warum brauchen Sie auch im österreichischen Winter Sonnenschutz im Gesicht?
Der Gedanke an Sonnenschutz im Winter erscheint vielen paradox, insbesondere an einem bewölkten Tag in der Stadt. Doch diese Annahme ist ein gefährlicher Trugschluss, vor allem im alpinen Raum Österreichs. Die UV-Strahlung ist ein unsichtbarer Feind, der auch bei Kälte und bedecktem Himmel präsent ist. Insbesondere die UV-A-Strahlen, die für die Hautalterung verantwortlich sind, dringen tief in die Haut ein und schädigen das Kollagengerüst – das ganze Jahr über. Im Winter kommt ein entscheidender Faktor hinzu: Schnee.
Pro tausend Höhenmeter nimmt die Intensität der UV-Strahlung um zehn Prozent zu. Schnee und Eis reflektieren zusätzlich bis zu neunzig Prozent der Strahlung.
– Cornelia Baldermann, Bundesamt für Strahlenschutz
Diese doppelte Belastung – durch die direkte Strahlung von oben und die intensive Reflexion von unten – macht den Sonnenschutz beim Skifahren, Langlaufen oder Winterwandern in den österreichischen Alpen absolut unverzichtbar. Laut Experten kann Schnee 50–80% der Strahlen reflektieren, wodurch die Haut einer weitaus höheren Strahlendosis ausgesetzt ist als an einem Sommertag am See. Dies führt nicht nur zu Sonnenbrand, sondern beschleunigt auch massiv die Hautalterung und erhöht das Risiko für Hautkrebs.

Für den Alltag in der Stadt wird ein Breitbandschutz mit LSF 30 empfohlen, während für den Wintersport in den Bergen ein LSF 50+ Pflicht ist. Die Textur sollte dabei an die kalten Temperaturen angepasst sein: Eine Sonnencreme für den Winter kombiniert hohen UV-Schutz mit einer reichhaltigen, lipidbasierten Formulierung (Cold Cream), die gleichzeitig vor Kälte und Austrocknung schützt. Dieser „alpine Strahlenschutz“ ist ein nicht verhandelbarer Bestandteil der Hautbarriere-Architektur im Winter.
Wie bauen Sie eine Pflegeroutine auf, die Ihre Hautbarriere stärkt statt sie zu überfordern?
Eine widerstandsfähige Hautbarriere ist das A und O der Winterpflege. Doch viele neigen dazu, ihre Haut mit zu vielen aktiven Wirkstoffen oder häufig wechselnden Produkten zu überfordern. Weniger ist hier oft mehr. Der Aufbau einer effektiven Routine, einer sogenannten Hautbarriere-Architektur, folgt einem klaren, minimalistischen Prinzip: Reinigen, Reparieren, Schützen. Jede Abweichung von dieser Basis sollte bewusst und schrittweise erfolgen.
Der erste Schritt ist eine sanfte, pH-neutrale Reinigung. Verwenden Sie milde Waschlotionen ohne aggressive Tenside (Sulfate) und lauwarmes statt heisses Wasser, um die natürlichen Lipide der Haut nicht zu entfernen. Der zweite Schritt, die Reparatur, zielt darauf ab, die Bausteine der Hautbarriere wieder aufzufüllen. Hier sind Seren mit Ceramiden, Niacinamid oder Panthenol ideal. Diese Wirkstoffe stärken die Barriere, wirken entzündungshemmend und fördern die hauteigene Regeneration. Der dritte und letzte Schritt ist der Schutz. Eine auf den Hauttyp und die Aussentemperatur abgestimmte Creme versiegelt die Feuchtigkeit und schützt vor äusseren Einflüssen. Bei trockener Haut empfiehlt sich eine reichhaltige Lipidcreme, bei öligerer Haut eine leichtere Gel-Creme.
Ein entscheidender Tipp ist, neue Produkte immer einzeln und mit einem Abstand von mehreren Tagen einzuführen. So können Sie die Reaktion Ihrer Haut genau beobachten und Unverträglichkeiten sofort erkennen. Bei Anzeichen einer gestörten Barriere (Rötungen, Brennen, Juckreiz) ist eine „Barrier-Repair-Woche“ ratsam: Verzichten Sie komplett auf alle aktiven Wirkstoffe wie Säuren, Retinol oder Peelings und konzentrieren Sie sich ausschliesslich auf die 3-Schritte-Basisroutine.
Praxisbeispiel: Österreichische Hero-Inhaltsstoffe für die Winterpflege
Österreichische Naturkosmetik setzt erfolgreich auf heimische Inhaltsstoffe: Edelweiss-Extrakt aus den Alpen wirkt als starkes Antioxidans, Zirbenöl beruhigt und wirkt entzündungshemmend, während Molke aus der alpinen Milchwirtschaft sanft peelend und feuchtigkeitsspendend wirkt. Diese lokalen Wirkstoffe haben sich besonders bei der Winterpflege bewährt, um die Hautbarriere gezielt zu stärken.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Winterhautpflege in Österreich erfordert eine strategische Stärkung der Hautbarriere, nicht nur eine symptomatische Behandlung von Trockenheit.
- Schützen Sie Ihre Hautgefässe vor Temperaturschocks durch beruhigende Wirkstoffe und physikalische Barrieren wie Cold Creams.
- Die richtige Auftragetechnik (Layering) und die Wahl der Textur (fettreich bei Kälte) sind entscheidender als die Anzahl der Produkte.
Wie behandeln Sie trockene Schienbeine und Körperakne gleichzeitig richtig?
Während das Gesicht im Fokus der Winterpflege steht, werden die Bedürfnisse des Körpers oft vernachlässigt. Hier treffen häufig zwei gegensätzliche Probleme aufeinander: extrem trockene, juckende Haut an den Schienbeinen und gleichzeitig auftretende Unreinheiten oder Körperakne an Rücken und Brust. Dieses Dilemma erfordert eine gezielte Spot-Treatment-Strategie anstelle einer einheitlichen Pflege für den ganzen Körper. Die Ursachen sind unterschiedlich: An den Schienbeinen befinden sich nur sehr wenige Talgdrüsen, weshalb die Haut dort schnell austrocknet und zu Winterekzemen neigt. An Rücken und Brust hingegen kann es durch Schweiss unter dicker Winterkleidung und Reibung zu verstopften Poren und Entzündungen kommen.
Der wichtigste Rat von Dermatologen bei trockener, juckender Haut lautet: „Bloss nicht kratzen“, warnt Professor Fischer in einem Beitrag von Helios Gesundheit. Kratzen schädigt die bereits geschwächte Hautbarriere weiter und führt zu einem Teufelskreis aus Juckreiz und Kratzen. Die Lösung liegt in der richtigen Pflege direkt nach dem Duschen. Für die trockenen Schienbeine sind stark rückfettende und feuchtigkeitsspendende Lotionen ideal. Besonders wirksam sind Produkte mit einem hohen Anteil an Urea (Harnstoff), da dieser Wirkstoff nicht nur intensiv Feuchtigkeit spendet, sondern auch den Juckreiz lindert. In österreichischen Drogerien (z.B. DM, Bipa) finden sich hochwirksame Körperlotionen mit 10% Urea.
Für die zu Unreinheiten neigenden Zonen gilt eine andere Vorgehensweise. Hier ist es wichtig, Schweiss und Bakterien nach dem Sport sofort abzuduschen und atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle oder Merinowolle als erste Schicht zu tragen. Zur Behandlung der Unreinheiten eignen sich spezielle Sprays oder leichte Lotionen mit Salicylsäure (BHA), die nur gezielt auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Diese dringen tief in die Poren ein und lösen Verstopfungen, ohne die umliegende Haut auszutrocknen. Die Verwendung einer milden, pH-neutralen Waschlotion für den gesamten Körper rundet die differenzierte Pflegeroutine ab.
Indem Sie diese dermatologischen Prinzipien konsequent anwenden, geben Sie Ihrer Haut die Werkzeuge, die sie benötigt, um den österreichischen Winter nicht nur zu überstehen, sondern gestärkt und strahlend aus ihm hervorzugehen. Beginnen Sie noch heute damit, Ihre Pflegeroutine strategisch anzupassen und in die Gesundheit Ihrer Hautbarriere zu investieren.
Häufige Fragen zu Wie schützen Sie Ihren Teint bei trockener Heizungsluft und Kälte im Winter?
Welche Vitamine sind im Winter besonders wichtig für die Haut?
Mit der richtigen Ernährung kann man die Haut im Winter ebenfalls von innen stärken. Zu empfehlen sind pflanzliche Öle aus Leinsamen, Chiasamen oder Hanf mit essenziellen Omega-3-Fettsäuren. Dazu gehören Nahrungsmittel wie Fisch mit hohem Fettgehalt, Avocados und Salate mit den richtigen Ölen.
Wann ist die beste Zeit für Retinoid-Behandlungen?
Der Winter ist ideal für Retinoid-Behandlungen, da die UV-Belastung geringer ist. Wichtig: Nur bei stabiler Hautbarriere beginnen.
Welche österreichischen Winterlebensmittel unterstützen die Hautgesundheit?
Sauerkraut (Vitamin C), Hagebutten, Sanddorn, Kürbiscremesuppe (Beta-Carotin) und Linsengerichte mit Wurzelgemüse (B-Vitamine, Zink) sind ideal.