Veröffentlicht am März 11, 2024

Das harte Wiener Wasser strapaziert Ihr Haar, indem es einen Teufelskreis aus Kalziumablagerungen und Schäden schafft. Vergessen Sie einzelne Wundermittel. Die Lösung ist eine strategische Systempflege: Kalk präventiv neutralisieren, gezielt reinigen und die Feuchtigkeitspflege an die duale Problematik von fettigem Ansatz und trockenen Spitzen anpassen. So gewinnt Ihr Haar seine Kraft und seinen Glanz zurück – auch in Wien.

Servus und Griass di! Als Friseurmeister hier im Herzen von Wien kenne ich das Gefühl nur zu gut: Man steigt aus der Dusche, das Haar fühlt sich seltsam steif an, es glänzt nicht richtig und will einfach nicht so liegen, wie es soll. Viele meiner Kundinnen und Kunden kommen frustriert in meinen Salon und sagen: „Meine Haare sind in Wien einfach anders.“ Und sie haben recht. Der Übeltäter ist oft unser geliebtes, aber eben auch sehr kalkhaltiges Wiener Hochquellwasser. Es ist von exzellenter Trinkqualität, aber für unsere Haare eine echte Herausforderung.

Natürlich gibt es die altbekannten Ratschläge. Man hört von der Essigspülung der Oma, von teuren Spezialkuren oder dem neuesten „Wunder-Shampoo“. Doch oft sind das nur kurzfristige Lösungen, die das eigentliche Problem nicht an der Wurzel packen. Denn das Thema Kalk geht tiefer – es beeinflusst nicht nur die Haarstruktur, sondern auch die Kopfhaut und kann sogar Hautprobleme am Körper verursachen. Das ständige Kämpfen gegen stumpfe Längen und gleichzeitig einen schnell fettenden Ansatz ist für viele Städter ein Dauerzustand.

Aber was, wenn die wahre Lösung nicht darin besteht, die Schäden immer wieder zu reparieren, sondern den schädlichen Prozess von vornherein zu durchbrechen? In diesem Artikel zeige ich Ihnen nicht nur einzelne Tricks, sondern eine komplette Systempflege. Wir werden den Kalk-Kreislauf verstehen und lernen, wie wir ihn mit einer intelligenten Kombination aus Reinigung, Neutralisierung und gezielter Pflege unterbrechen können. Es geht darum, strategisch vorzugehen, statt nur Symptome zu bekämpfen.

Wir werden gemeinsam die Wissenschaft hinter dem Kalkproblem entschlüsseln, bewährte Hausmittel richtig anwenden und herausfinden, welche Produkte wirklich helfen. Folgen Sie mir auf dem Weg zu gesundem, glänzendem Haar – allen Wiener Wasserhärten zum Trotz.

Warum macht hartes Wasser die Haare stumpf und schwer kämmbar?

Um den Feind zu besiegen, müssen wir ihn kennen. Hartes Wasser, wie wir es in vielen Bezirken Wiens haben, ist reich an Mineralien, insbesondere Kalzium- und Magnesiumionen. Beim Haarewaschen reagiert dieses Kalzium mit den Proteinen (Keratin) in unserem Haar. Das Ergebnis ist eine unsichtbare, aber knallharte Schicht aus Kalkablagerungen. Stellen Sie es sich wie einen rauen, matten Film vor, der sich um jedes einzelne Haar legt. Die Schuppenschicht, die im gesunden Zustand glatt anliegt und Licht reflektiert, wird aufgeraut. Das Haar verliert seinen Glanz, fühlt sich strohig an und lässt sich nur schwer kämmen, weil die Haare aneinander hängen bleiben.

Das wirklich Tückische daran ist aber der Kalk-Kreislauf. Bereits geschädigtes oder poröses Haar ist noch anfälliger. Es verhält sich wie ein trockener Schwamm und saugt die Mineralien regelrecht auf. Kérastase hat in einer Analyse gezeigt, dass strapaziertes Haar bis zu 3-mal mehr Kalzium aufnimmt als gesundes Haar. Das bedeutet: Je mehr Ihr Haar durch Kalk geschädigt wird, desto mehr Kalk lagert es an und desto stärker wird der Schaden. Ein Teufelskreis, der das Haar immer brüchiger und stumpfer macht.

Dieser Kreislauf erklärt, warum manchmal selbst die besten Pflegespülungen nicht mehr zu wirken scheinen. Sie können die raue Kalkschicht kaum durchdringen, um das Haar im Inneren zu nähren. Der erste Schritt unserer Systempflege muss also sein, diese Barriere aufzubrechen und den Kreislauf zu stoppen.

Wie mischen Sie eine saure Rinse, um Kalkreste zu entfernen?

Die saure Rinse ist ein altbewährtes Hausmittel und ein genial einfacher erster Schritt in unserer Systempflege. Der Grundgedanke ist reine Chemie: Säure neutralisiert die alkalischen Kalkablagerungen. Dadurch werden die Rückstände gelöst und die Schuppenschicht des Haares wieder geglättet. Das Ergebnis ist sofort spürbar: mehr Glanz, bessere Kämmbarkeit und ein weicheres Haargefühl. Für uns Wiener ist das keine Kür, sondern fast schon Pflicht.

Die Zubereitung ist kinderleicht und die Zutaten hat fast jeder zu Hause. Am besten eignen sich naturtrüber Apfelessig oder frischer Zitronensaft. Beide sind mild genug, um das Haar nicht anzugreifen, aber sauer genug, um den Kalk zu knacken. Wichtig ist das richtige Mischverhältnis, um die Kopfhaut nicht zu reizen.

Stillleben mit naturtrübem Apfelessig und frischen Kräutern in österreichischer Küche

Die Anwendung ist der letzte Schritt nach der Haarwäsche und dem Conditioner. Hier ist eine einfache Anleitung, die Sie sofort umsetzen können:

Ihr Rezept für die perfekte Anti-Kalk-Spülung

  1. Vorbereiten: Ein bis zwei Esslöffel naturtrüben Apfelessig oder frischen Zitronensaft abmessen.
  2. Mischen: Die Säure mit einem Liter lauwarmem oder kühlem Wasser in einer Flasche oder einem Krug gut vermischen.
  3. Anwenden: Nach der Haarwäsche und dem Ausspülen des Conditioners die Mischung langsam über Kopfhaut und Haare giessen.
  4. Einwirken lassen: Die Rinse für etwa 1-2 Minuten im Haar belassen, damit die Säure Zeit hat, den Kalk zu lösen. Nicht ausspülen ist oft am effektivsten, aber wer den Essiggeruch scheut, kann kurz nachspülen.
  5. Kalt nachspülen (optional): Ein kurzer, kalter Guss zum Schluss versiegelt die Schuppenschicht zusätzlich und minimiert den Essiggeruch, der ohnehin schnell verfliegt.

Tiefenreinigung oder Feuchtigkeit: Was braucht „Kalk-Haar“ wirklich?

Diese Frage sorgt oft für Verwirrung. Soll man das Haar mit einem aggressiven Tiefenreinigungsshampoo von allem befreien oder es mit reichhaltigen Masken ertränken? Die Antwort im Rahmen unserer Systempflege lautet: beides, aber in der richtigen Reihenfolge und mit dem richtigen Produkt. Es ist kein „Entweder-oder“, sondern ein strategisches „Zuerst-dann“. Kalkgeschädigtes Haar hat nämlich zwei gegensätzliche Bedürfnisse: Es muss von den Mineralablagerungen befreit werden, um überhaupt wieder pflegende Stoffe aufnehmen zu können.

Sogenannte Chelat-Shampoos (oder Tiefenreinigungsshampoos) sind hier der erste Schritt. Sie enthalten spezielle Wirkstoffe wie EDTA oder Zitronensäure, die Mineralien wie Kalzium umschliessen („chelatieren“) und sie auswaschbar machen. Sie wirken wie ein Magnet für Kalk. Erst wenn diese „Panzerung“ entfernt ist, hat eine feuchtigkeitsspendende Kur überhaupt eine Chance, ins Haarinnere vorzudringen und es zu nähren. Eine Feuchtigkeitsmaske auf verkalktem Haar ist wie eine teure Creme auf schmutziger Haut – sie bleibt an der Oberfläche und bewirkt wenig.

Die folgende Tabelle zeigt, wie die beiden Pflegetypen zusammenspielen und wo Sie die passenden Produkte in österreichischen Drogeriemärkten finden.

Vergleich Tiefenreinigung vs. Feuchtigkeitspflege bei Kalkproblemen
Aspekt Tiefenreinigung (Chelat-Shampoo) Feuchtigkeitspflege
Hauptfunktion Entfernt Mineralablagerungen Nährt und hydratisiert
Wirkstoffe EDTA, Zitronensäure Urea, Ceramide, Öle
Anwendungshäufigkeit 1x wöchentlich 2-3x wöchentlich
Reihenfolge Zuerst (öffnet Schuppenschicht) Nach Reinigung (schliesst Schuppenschicht)
Erhältlich bei DM, BIPA (Spezialprodukte) DM, BIPA (breites Sortiment)

Der Temperatur-Fehler beim Ausspülen, der den Glanz vernichtet

Wir lieben eine heisse Dusche, besonders an einem kalten Wiener Wintertag. Doch für unsere Haare ist das pures Gift, vor allem in Kombination mit hartem Wasser. Die Temperatur des Wassers spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie stark sich Kalk ablagert. Die Regel ist einfach und wissenschaftlich belegt: Je höher der pH-Wert und die Temperatur, desto stärker die Kalkablagerung. Heisses Wasser löst die Mineralien effektiver, die sich dann beim Abkühlen auf der rauen Haaroberfläche festsetzen.

Heisses Wasser öffnet zudem die Schuppenschicht des Haares maximal, was es noch empfänglicher für die Aufnahme von Kalzium macht. Das Resultat ist genau das, was wir vermeiden wollen: stumpfes, sprödes und „quietschiges“ Haar. Der grösste Fehler ist daher, die Haare am Ende der Wäsche heiss auszuspülen. Damit zementieren Sie die Kalkreste quasi auf Ihrem Haar.

Nahaufnahme von glänzendem Haar unter kühlem Wasserstrahl in moderner Dusche

Die Lösung ist simpel, erfordert aber etwas Überwindung: Beenden Sie Ihre Haarwäsche immer mit einem kühlen bis kalten Wasserguss. Dieser „Kälteschock“ hat mehrere Vorteile. Er hilft, die Schuppenschicht des Haares wieder zu schliessen und zu glätten. Eine glatte Oberfläche reflektiert mehr Licht, was zu sofort sichtbarem Glanz führt. Zudem spült das kühle Wasser Shampooreste effektiver aus und regt die Durchblutung der Kopfhaut an. In Kombination mit der sauren Rinse ist das kalte Ausspülen eine echte Geheimwaffe für strahlendes Haar in Wien.

Wann lohnt sich die Anschaffung eines Duschfilters für die Mietwohnung?

Wenn die tägliche Routine aus saurer Rinse und Spezialprodukten zu aufwendig wird, rückt eine technische Lösung in den Fokus: der Duschfilter. Für viele Wiener in Mietwohnungen klingt das nach einer komplizierten Installation, ist aber denkbar einfach. Ein Duschfilter wird simpel zwischen die Armatur und den Duschschlauch geschraubt – kein Bohren, keine bauliche Veränderung und somit auch keine Zustimmung des Vermieters nötig. Er ist die erste Verteidigungslinie, die den Kalk bekämpft, bevor er überhaupt mit dem Haar in Berührung kommt.

Aber lohnt sich die Investition finanziell? Auf den ersten Blick scheint ein Filter eine zusätzliche Ausgabe zu sein. Doch rechnet man die Kosten für die vielen Spezialprodukte gegen, die man durch weicheres Wasser einspart, kann sich das Bild schnell ändern. Weniger Bedarf an teuren Chelat-Shampoos, reichhaltigen Kuren und eventuell sogar der sauren Rinse kann die laufenden Kosten für Haarpflege deutlich senken. Es ist eine Abwägung zwischen einmaliger Anschaffung und laufendem Aufwand.

Die folgende Kosten-Nutzen-Analyse gibt einen groben Überblick, wie sich die monatlichen Ausgaben verändern können. Die tatsächlichen Zahlen hängen natürlich von Ihren persönlichen Produktvorlieben ab.

Kosten-Nutzen-Analyse Duschfilter vs. Spezialpflege
Kostenart Ohne Filter (monatlich) Mit Filter (monatlich)
Chelat-Shampoo €15-20 €5 (seltener nötig)
Spezielle Haarkuren €10-15 €5
Saure Rinse/Essig €2-3 €0
Filterkartusche €0 €8-10
Gesamtkosten/Monat €27-38 €18-20
Einmalige Anschaffung €0 €30-60 (Filter)

Welches Shampoo hilft wirklich gegen schnell fettende Ansätze und trockene Spitzen?

Das ist die Königsdisziplin der Haarpflege in der Stadt: die duale Problematik. Kalk und Umweltbelastungen führen dazu, dass die Kopfhaut überreagiert und mehr Talg produziert, um sich zu schützen. Das Ergebnis: ein fettiger Ansatz. Gleichzeitig lagert sich der Kalk in den Längen und Spitzen ab, trocknet sie aus und macht sie brüchig. Mit einem einzigen Shampoo ist diesem zweigeteilten Problem kaum beizukommen. Ein aggressives Shampoo für fettiges Haar würde die Spitzen endgültig ruinieren, während ein reichhaltiges Feuchtigkeitsshampoo den Ansatz beschweren würde.

Die Lösung ist eine differenzierte Shampoo-Strategie. Wir behandeln Kopfhaut und Längen als zwei separate Zonen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Das bedeutet, eventuell sogar zwei verschiedene Produkte im Wechsel oder gezielt an unterschiedlichen Stellen einzusetzen. Es geht darum, der Kopfhaut zu helfen, sich zu regulieren, während die Längen die dringend benötigte Reinigung von Ablagerungen und anschliessende Pflege erhalten. Das erfordert etwas mehr Aufmerksamkeit beim Waschen, aber das Ergebnis ist die Mühe wert.

Die Umsetzung dieser Strategie in die Praxis ist der Kern einer erfolgreichen Systempflege. Es geht darum, die richtigen Produkte zur richtigen Zeit am richtigen Ort einzusetzen. Der folgende Plan dient als Leitfaden für Ihre wöchentliche Routine.

Ihr Aktionsplan für die Pflege von Mischhaar

  1. Kopfhaut analysieren: Beobachten Sie Ihre Kopfhaut. Ist sie nur fettig oder auch gereizt und schuppig? Wählen Sie ein mildes, kopfhautregulierendes Shampoo (z.B. mit Zink PCA), das Sie für die meisten Wäschen verwenden.
  2. Längen & Spitzen inventarisieren: Wie fühlen sich Ihre Längen an? Strohig und stumpf? Dann planen Sie einmal pro Woche eine Tiefenreinigung nur für diesen Bereich ein.
  3. Anwendungstechnik anpassen: Massieren Sie das Kopfhaut-Shampoo gezielt nur am Ansatz ein. Lassen Sie den Schaum beim Ausspülen nur kurz durch die Längen laufen. Das Chelat-Shampoo (Tiefenreinigung) arbeiten Sie gezielt nur in die Längen und Spitzen ein und meiden die Kopfhaut.
  4. Temperaturzonen schaffen: Waschen Sie den Ansatz mit lauwarmem Wasser, um die Talgproduktion nicht unnötig anzuregen. Spülen Sie die Spitzen am Ende immer kalt aus, um die Schuppenschicht zu schliessen.
  5. Produkte gezielt integrieren: Suchen Sie bei DM oder BIPA gezielt nach „Shampoos für Mischhaar“ oder „kopfhautregulierenden“ Produkten und kombinieren Sie diese mit einem wöchentlichen Tiefenreinigungsprodukt.

Diese duale Herangehensweise ist der Schlüssel. Die getrennte Behandlung von Ansatz und Spitzen macht den entscheidenden Unterschied bei Mischhaar.

Wie oft müssen Sie wirklich zum Friseur, um Ihre Haarlänge gesund zu erhalten?

Ein regelmässiger Friseurbesuch ist immer wichtig, aber bei hartem Wasser wird er zur strategischen Notwendigkeit. Der Grund ist einfach: Spliss und Haarbruch. Die ständigen Kalkablagerungen machen die Haarspitzen trocken, spröde und anfällig für Spliss. Einmal gespalten, kann sich das Haar immer weiter nach oben aufspalten, was einen radikalen Rückschnitt unumgänglich macht, wenn man zu lange wartet. Wer also seine Haarlänge erhalten oder züchten möchte, muss dem Spliss zuvorkommen.

Bei einer durchschnittlichen Wasserhärte von 8-16 °dH in Wien, was als „mittelhart bis hart“ eingestuft wird, ist das Haar einer konstanten Belastung ausgesetzt. Deshalb ist es oft sinnvoller, die Intervalle zwischen den Friseurbesuchen zu verkürzen, dafür aber weniger radikal schneiden zu lassen. Anstatt alle drei bis vier Monate mehrere Zentimeter zu opfern, kann ein Besuch alle 6 bis 8 Wochen, bei dem nur die Spitzen minimal gekürzt werden, die Haare langfristig gesünder und länger halten.

Eine besonders effektive Methode, die ich bei vielen meiner langhaarigen Kundinnen anwende, ist das sogenannte „Dusting“.

Hartes Wasser fördert Spliss und Haarbruch. Ein häufigerer Spitzen- oder Staub-Schnitt (Dusting), bei dem nur Millimeter entfernt werden, kann daher sinnvoller sein als ein seltener, radikaler Rückschnitt.

– Friseurempfehlung, Professionelle Haarpflege-Beratung

Beim Dusting werden wirklich nur die äussersten, bereits gespaltenen oder brüchigen Millimeter der Spitzen entfernt, ohne die Gesamtlänge sichtbar zu verändern. So bleibt das Haar gesund, der Spliss wird im Keim erstickt und die Länge kann kontinuierlich wachsen. Sprechen Sie Ihren Friseur des Vertrauens auf diese Technik an.

Regelmässigkeit ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Planen Sie Ihre Besuche strategisch und verstehen Sie, warum ein häufigerer, minimaler Schnitt besser ist als ein seltener Radikalschnitt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der unsichtbare „Kalk-Kreislauf“ ist der wahre Feind, der gesundes Haar kontinuierlich schädigt.
  • Eine strategische „Systempflege“ aus saurer Rinse, gezielter Tiefenreinigung und passender Feuchtigkeitspflege ist effektiver als einzelne Produkte.
  • Die Anpassung der Routine an die „duale Problematik“ von fettigem Ansatz und trockenen Spitzen ist entscheidend für den Erfolg in der Stadt.

Wie behandeln Sie trockene Schienbeine und Körperakne gleichzeitig richtig?

Das Problem mit dem harten Wiener Wasser endet nicht bei der Kopfhaut. Unser grösstes Organ, die Haut, leidet ebenso. Viele Wiener kennen das Phänomen: trockene, schuppige Haut, besonders an den Schienbeinen, und gleichzeitig Unreinheiten oder kleine Pickelchen (Körperakne) an Rücken, Brust oder Oberarmen. Auch hier liegt die Ursache oft in der Reaktion des Wassers mit unserer Haut und unseren Pflegeprodukten. Klassische Seifen bilden in Verbindung mit Kalk die sogenannte „Kalkseife“, einen unlöslichen, klebrigen Film.

Diese Kalkseife hat einen doppelten negativen Effekt. Einerseits verstopft sie die Poren, was zu Entzündungen und Akne führen kann. Andererseits entzieht sie der Haut Feuchtigkeit und zerstört ihren natürlichen Säureschutzmantel, was zu Trockenheit und Juckreiz führt. Wie beim Haar haben wir also auch hier eine duale Problematik, die eine differenzierte Pflegestrategie erfordert.

Die Lösung besteht darin, die Bildung von Kalkseife von vornherein zu vermeiden und die Hautpartien je nach Bedürfnis zu behandeln. Das bedeutet den Umstieg auf moderne Reinigungsprodukte und eine gezielte Pflege für trockene und unreine Zonen. Die gute Nachricht: Passende Produkte sind in jeder österreichischen Drogerie, etwa von der BIPA-Eigenmarke „bi good“, leicht zu finden.

Ihre Anti-Kalk-Körperpflege-Routine:

  • Umstieg bei der Reinigung: Verwenden Sie pH-neutrale, seifenfreie Waschlotionen oder Duschgele. Diese reagieren nicht mit dem Kalk im Wasser und verhindern so die Bildung von Kalkseife.
  • Pflege für trockene Stellen: Cremen Sie trockene Bereiche wie Schienbeine, Ellbogen und Knie nach dem Duschen mit reichhaltigen Körperlotionen ein, die Urea oder Ceramide enthalten. Diese helfen, die Hautbarriere wieder aufzubauen.
  • Behandlung für Akne-Bereiche: Für zu Unreinheiten neigende Zonen eignen sich milde chemische Peelings, zum Beispiel Waschlotionen oder Tonics mit Salicylsäure (BHA). Diese reinigen die Poren von innen, ohne die Haut mechanisch zu reizen.
  • Der Profi-Tipp nach der Dusche: Tupfen Sie die zu Akne neigenden Hautpartien nach dem Abtrocknen mit einem kalkfreien Gesichtswasser (Tonic) ab. Das entfernt die letzten Kalkreste und stellt den pH-Wert der Haut wieder her.

Eine gesunde Haut- und Haarpflegeroutine ist ein ganzheitliches System. Die richtige Behandlung Ihrer Haut ist genauso wichtig wie die Pflege Ihrer Haare.

Beginnen Sie noch heute damit, diese strategische Systempflege umzusetzen, um den Teufelskreis des Wiener Kalkwassers zu durchbrechen und die Gesundheit Ihrer Haare und Haut selbst in die Hand zu nehmen.

Häufige Fragen zur Haarpflege bei hartem Wasser in Wien

Brauche ich eine Erlaubnis vom Vermieter für einen Duschfilter?

Nein, da Duschfilter einfach zwischen Armatur und Duschkopf geschraubt werden und keine bauliche Veränderung darstellen.

Wo kann ich in Österreich geeignete Duschfilter kaufen?

In Baumärkten wie Obi oder Bauhaus sowie bei spezialisierten Online-Händlern sind KDF-Filter erhältlich.

Wie oft muss die Filterkartusche gewechselt werden?

Je nach Wasserhärte und Nutzung alle 3-6 Monate.

Geschrieben von Renate Hofer, Friseurmeisterin und Spezialistin für Haargesundheit und Kopfhautpflege. Mit 20 Jahren Salon-Erfahrung in Wien kennt sie die Herausforderungen von kalkhaltigem Großstadtwasser genau.