Veröffentlicht am Mai 11, 2024

Zusammenfassend:

  • Der Schlüssel ist ein strategisches System, keine starre Reduktion, das sich an die vier ausgeprägten Jahreszeiten in Österreich anpasst.
  • Eine durchdachte Farbpalette (3 Basis-, 2 Akzentfarben) und die 33-Teile-Regel bilden das Fundament für maximale Kombinierbarkeit.
  • Saisonale Rotation der Garderobe und der bewusste Einsatz von Texturen sind entscheidend, um Langeweile zu vermeiden und Funktionalität zu gewährleisten.

Sie stehen vor einem vollen Kleiderschrank und haben trotzdem das Gefühl, „nichts anzuziehen“? Dieses weitverbreitete Paradoxon ist besonders in Österreich spürbar, wo das Wetter von alpiner Kälte zu pannonischer Hitze wechseln kann und jede Saison ihre eigenen Anforderungen stellt. Viele Ratgeber empfehlen dann den Kauf von „zeitlosen Basics“, doch oft führt das nur zu einer Garderobe, die zwar praktisch, aber auch schnell langweilig und uniform wirkt. Was nützt der perfekte Trenchcoat, wenn er weder im tiefsten Winter noch im Hochsommer die richtige Wahl ist?

Die wahre Lösung liegt nicht in der blossen Reduktion von Kleidung, sondern in einem intelligenten, dynamischen System. Was, wenn die eigentliche Befreiung nicht darin besteht, weniger zu besitzen, sondern das Richtige strategisch zu orchestrieren? Dieser Artikel bricht mit der starren Vorstellung einer einzigen, ganzjährigen Capsule Wardrobe. Stattdessen zeigen wir Ihnen, wie Sie ein flexibles System aufbauen, das auf saisonaler Rotation, cleverer Farbwahl und bewusster Texturvielfalt basiert – massgeschneidert für den österreichischen Lebensstil.

Wir führen Sie durch die grundlegenden Prinzipien der Farbkombination und der berühmten 33-Teile-Regel. Anschliessend tauchen wir in die praktischen Aspekte der saisonalen Aufbewahrung ein und zeigen, wie Sie modische Langeweile vermeiden. Schliesslich erweitern wir den Minimalismus-Gedanken auf Reisen und Ihre tägliche Beauty-Routine, um ganzheitlich für mehr Klarheit und weniger Stress im Alltag zu sorgen.

Warum sind 3 Basisfarben und 2 Akzentfarben der Schlüssel zur Kombinierbarkeit?

Der erste Schritt zur Befreiung von modischem Stress ist die Schaffung einer harmonischen und vielseitigen Farbpalette. Anstatt willkürlich Stücke zu kaufen, die Ihnen im Laden gefallen, definieren Sie ein Farbschema, das als strategisches Gerüst für Ihre gesamte Garderobe dient. Die 5-Farben-Regel ist hierfür ein genial einfaches Werkzeug. Der Grundgedanke ist, dass jedes Teil in Ihrem Schrank mit möglichst vielen anderen Teilen kombiniert werden kann. Das Problem vieler überfüllter Kleiderschränke ist nicht ein Mangel an Kleidung, sondern ein Mangel an zusammenpassenden Stücken. Tatsächlich werden laut einer Greenpeace-Umfrage in Österreich 13% der Kleidung nie oder fast nie getragen, oft weil sie farblich isoliert im Schrank hängen.

Die Magie der 3 Basis- und 2 Akzentfarben liegt in der Balance zwischen Stabilität und Persönlichkeit. Die Basisfarben bilden das neutrale Fundament. Denken Sie an die vielseitigen Töne der österreichischen Landschaft: ein tiefes Grau wie der Fels des Dachsteins, ein warmes Beige wie die Fassaden der Wiener Altbauten oder ein klassisches Marineblau. Diese Farben sind unaufdringlich und lassen sich mühelos untereinander kombinieren. Sie bilden die Leinwand für Ihre Outfits.

Die beiden Akzentfarben sind der Ausdruck Ihrer Persönlichkeit. Hier wählen Sie Töne, die Sie lieben und die Ihnen schmeicheln. Vielleicht ein sattes Tannengrün, das an die Wälder der Steiermark erinnert, oder ein leuchtendes Korallenrot, das an einen Sonnenuntergang am Neusiedler See gemahnt. Diese Farben bringen Leben in Ihre Garderobe und sorgen dafür, dass Sie sich nicht uniformiert, sondern individuell gekleidet fühlen. Die Kunst besteht darin, Akzentfarben zu wählen, die sowohl untereinander als auch mit allen drei Basisfarben harmonieren. So entsteht ein geschlossenes System, in dem jedes neue Teil das Potenzial der bereits vorhandenen vervielfacht.

Wie ziehen Sie sich mit 33 Teilen für 3 Monate an?

Sobald Ihre Farbpalette steht, geht es an die Definition des Umfangs. Die Idee, mit nur 33 Kleidungsstücken für eine ganze Saison (also drei Monate) auszukommen, mag zunächst extrem klingen, ist aber der Kern des „Project 333“, das von der US-Bloggerin Caroline Rector populär gemacht wurde. Das Konzept selbst wurde bereits in den 1970er Jahren von Susie Faux geprägt und zielt darauf ab, durch bewusste Auswahl eine Garderobe voller Lieblingsteile zu schaffen. Die Zahl 33 ist dabei kein starres Gesetz, sondern ein Richtwert, der Sie zwingt, bewusste und qualitative Entscheidungen zu treffen.

Zu diesen 33 Teilen zählen Oberteile, Hosen, Röcke, Kleider, Jacken, Mäntel und Schuhe. Ausgenommen sind in der Regel Unterwäsche, Socken, Sportkleidung, Loungewear und Accessoires. Für das österreichische Klima bedeutet dies, für jede der vier Saisons eine eigene 33-teilige Capsule zusammenzustellen. Im Herbst könnten das zum Beispiel ein moderner Lodenmantel, mehrere Strickpullover, robuste Boots und Jeans sein. Im Sommer hingegen leichte Leinenhosen, luftige Kleider und Sandalen.

Übersichtliche Anordnung einer minimalistischen Herbstgarderobe

Die Reduktion auf diese Anzahl schafft eine ungeheure mentale Entlastung. Die morgendliche Outfit-Wahl wird von einer lästigen Pflicht zu einem kreativen Akt, da Sie wissen, dass alles zusammenpasst. Es geht darum, aus einem kuratierten Set von Favoriten zu wählen, anstatt in einer Masse von „Vielleicht“-Teilen zu ertrinken. Diese bewusste Beschränkung fördert nicht nur die Kreativität, sondern lenkt den Fokus auch auf Qualität statt Quantität – ein Prinzip, das sich langfristig auszahlt.

Vakuumbeutel oder Box: Wie schaffen Sie Platz für die aktuelle Saison?

Eine saisonale Capsule Wardrobe für das österreichische Klima funktioniert nur mit einem durchdachten System zur Aufbewahrung. Der dicke Wollmantel und die Daunenjacke haben im Juli nichts im aktiven Kleiderschrank zu suchen – sie blockieren nur Platz und Übersicht. Das Prinzip ist einfach: Nur die Kleidung der aktuellen Saison (Ihre 33 Teile) bleibt sichtbar und griffbereit. Alles andere wird systematisch verstaut. Wie die Expertin von Ordnungswunder.ch betont: „Alle Sachen, die zur selben Kleidungs-Kategorie gehören, werden zusammen am gleichen Ort aufbewahrt.“ Dies gilt auch für die saisonale Trennung.

Die Wahl der richtigen Aufbewahrungsmethode hängt stark von der Art der Kleidung und dem verfügbaren Platz ab. Ein Vergleich der gängigsten Methoden hilft bei der Entscheidung, wie eine aktuelle Analyse der Organisationsmethoden zeigt.

Vergleich der Aufbewahrungsmethoden für saisonale Kleidung
Methode Vorteile Nachteile Ideal für
Vakuumbeutel Platzsparend (bis 75%), Schutz vor Motten Knitterbildung möglich Winterdecken, Daunenjacken
Aufbewahrungsboxen Stapelbar, übersichtlich Mehr Platzbedarf Strickwaren, empfindliche Teile
Kleidersäcke Atmungsaktiv, knitterfrei Benötigt Hängemöglichkeit Anzüge, Kleider, Mäntel

Für die voluminöse Wintergarderobe sind Vakuumbeutel eine platzsparende Revolution. Daunenjacken und dicke Decken werden auf ein Minimum ihres Volumens komprimiert und lassen sich so leicht unter dem Bett oder auf dem Kasten verstauen. Empfindlichere Teile wie hochwertige Wollpullover oder Kaschmir sind in atmungsaktiven Boxen besser aufgehoben, um die Fasern zu schonen. Hier empfiehlt es sich, Seidenpapier zwischen die Lagen zu legen und ein Lavendelsäckchen gegen Motten beizufügen. Mäntel, Blazer und Kleider sollten in Kleidersäcken hängend aufbewahrt werden, um ihre Form zu erhalten. Diese disziplinierte Rotation schafft nicht nur physisch Platz, sondern sorgt auch für mentale Klarheit. Jeder Saisonwechsel fühlt sich an, als würde man eine neue, perfekt kuratierte Boutique betreten.

Der Fehler, zu basic zu kaufen und sich schnell zu langweilen

Einer der grössten Fallstricke auf dem Weg zur minimalistischen Garderobe ist die „Basic-Falle“. Aus Angst, etwas Falsches zu kaufen, flüchten sich viele in eine Uniform aus einfachen T-Shirts, schlichten Jeans und neutralen Pullovern. Das Ergebnis ist eine Garderobe, die zwar theoretisch funktioniert, aber jegliche Persönlichkeit und Freude vermissen lässt. Schnell stellt sich Langeweile ein, was wiederum zu Frustkäufen führt und den minimalistischen Gedanken untergräbt. Eine Capsule Wardrobe soll befreien, nicht limitieren. Der Schlüssel liegt darin, „Basic“ nicht mit „langweilig“ zu verwechseln.

Der Ausweg aus dieser Falle ist die bewusste Investition in Qualität und Textur-Intelligenz. Anstatt drei billiger Baumwollpullover, investieren Sie in einen einzigen, hochwertigen aus Kaschmir oder Merinowolle. Er fühlt sich nicht nur besser an, sondern hält auch länger und verleiht jedem Outfit eine edle Note. Bedenken Sie, dass laut einer aktuellen Studie der AK Schuhe durchschnittlich nur 2,9 Jahre getragen werden – ein Plädoyer für langlebigere Investitionen. Anstatt einer einfachen Baumwollbluse, wählen Sie eine aus Seide oder griffigem Leinen. Selbst innerhalb einer neutralen Farbpalette entsteht so eine faszinierende visuelle Tiefe.

Der Texturen-Mix-Ansatz gegen Langeweile

Eine Garderobe, die ausschliesslich aus Schwarz, Grau und Beige besteht, kann unglaublich spannend sein, wenn die Materialien variieren. Stellen Sie sich die Kombination einer glatten Lederhose mit einem groben Strickpullover vor. Oder einen fliessenden Seidenrock zu einem robusten Lodenblazer. Der Kontrast zwischen rauen und glatten, matten und glänzenden oder feinen und groben Oberflächen schafft ein visuell ansprechendes Outfit, ohne dass dafür Farben oder Muster nötig wären. Dieser Ansatz ist perfekt für Österreich, wo traditionelle Materialien wie Loden und Strick auf moderne Stoffe treffen und eine einzigartige Stil-Symbiose eingehen können.

Investieren Sie in Stücke mit besonderen Details: ein spezieller Kragen, eine interessante Knopfleiste oder ein aussergewöhnlicher Schnitt. Ein „Basic“ kann also durchaus ein Statement sein, solange es innerhalb Ihrer Farbpalette vielseitig kombinierbar bleibt. Es geht darum, eine Kollektion von Lieblingsstücken aufzubauen, die Sie wirklich gerne tragen, und nicht eine Ansammlung von Kompromissen.

Wann reicht Handgepäck für eine Woche Urlaub?

Der ultimative Test für eine funktionierende Capsule Wardrobe ist die Reise. Wenn Ihr System gut durchdacht ist, reicht für eine einwöchige Reise – egal ob Städtetrip nach Salzburg oder Entspannungswoche am Wörthersee – fast immer Handgepäck. Das spart nicht nur Geld und Zeit am Flughafen, sondern schenkt auch eine enorme Freiheit und Flexibilität. Der Schlüssel liegt darin, eine Mini-Capsule speziell für die Reise zusammenzustellen, die auf dem gleichen Prinzip der maximalen Kombinierbarkeit beruht.

Für eine Woche Urlaub benötigen Sie eine extrem reduzierte, aber hochfunktionale Auswahl. Eine bewährte Formel besteht aus wenigen, aber vielseitigen Teilen, die Outfits für verschiedene Anlässe und Wetterlagen ermöglichen. Anstatt „für alle Fälle“ zu packen, packen Sie strategisch für die wahrscheinlichsten Szenarien. Ein grosses Tuch kann am Strand als Pareo, im kühlen Flugzeug als Schal und am Abend als Stola dienen. Ein schlichtes Kleid lässt sich mit Sneakers tagsüber und mit eleganten Schuhen und Statement-Schmuck am Abend tragen.

Kompakt gepacktes Handgepäck mit Capsule Wardrobe

Eine gute Packliste für eine Woche könnte so aussehen:

  • 3 Oberteile: Ein elegantes Seidentop, ein lässiges Leinenhemd und ein Basic-T-Shirt.
  • 2 Unterteile: Eine gut sitzende Jeans oder Stoffhose und eine zweite Hose oder ein Rock.
  • 1 Kleid: Ein Modell, das sich sowohl leger als auch schick stylen lässt.
  • 1 leichte Jacke: Ein Trenchcoat, eine Jeansjacke oder ein Cardigan je nach Reiseziel.
  • 2 Paar Schuhe: Bequeme Sneaker für den Tag und ein Paar elegantere flache Schuhe oder Sandalen für den Abend.

Mit dieser Auswahl lassen sich problemlos über 10 verschiedene Outfits zusammenstellen. Die Kunst des Packens mit Handgepäck ist der Beweis, dass weniger wirklich mehr ist, wenn die Auswahl stimmt.

Wie Sie Mode und Wellness kombinieren, um Stress im Berufsalltag um 30% zu reduzieren?

Eine Capsule Wardrobe ist weit mehr als nur eine Methode zur Organisation von Kleidung; sie ist ein wirkungsvolles Werkzeug für mentales Wohlbefinden. Die tägliche Entscheidung, was man anziehen soll, kann zu „Decision Fatigue“ führen – einer Ermüdung des Gehirns durch zu viele kleine Entscheidungen. Dieser subtile Stressfaktor summiert sich, besonders an anspruchsvollen Arbeitstagen. Durch die Reduktion auf eine kuratierte Auswahl an Lieblingsteilen, die alle zueinander passen, eliminieren Sie diesen Stressfaktor fast vollständig. Die morgendliche Routine wird von einer Quelle der Unsicherheit zu einem Moment der Gelassenheit und Selbstsicherheit.

In einem übersichtlichen, gut organisierten Kleiderschrank voller Lieblingsteile haben Sie einmal die wichtigsten Entscheidungen getroffen, danach profitieren Sie von der Leichtigkeit des Seins.

– Modeflüsterin, Warum ein minimalistischer Kleiderschrank gut für die Seele ist

Diese „Leichtigkeit des Seins“ überträgt sich auf den gesamten Tag. Wenn Sie das Haus in einem Outfit verlassen, in dem Sie sich wohl, selbstbewusst und authentisch fühlen, beeinflusst das Ihre Haltung, Ihre Ausstrahlung und sogar Ihre Interaktionen. Sie müssen sich keine Gedanken mehr darüber machen, ob Ihr Outfit angemessen ist oder gut aussieht. Sie haben diese Entscheidung bereits im Vorfeld getroffen, als Sie Ihre Capsule sorgfältig zusammengestellt haben. Diese gewonnene mentale Energie können Sie stattdessen in wichtigere Aufgaben im Berufsalltag investieren.

Darüber hinaus fördert der Prozess des Ausmistens und Kuratierens die Achtsamkeit. Sie setzen sich bewusst damit auseinander, was Ihnen wirklich gefällt, was zu Ihrem Lebensstil passt und welche Werte Sie durch Ihren Konsum vertreten möchten. Dieser Akt der Selbstreflexion ist eine Form der Selbstfürsorge. Der Kleiderschrank wird vom chaotischen Lagerraum zu einem Spiegel Ihrer Persönlichkeit und einem Ort der Ruhe. So wird Mode vom potenziellen Stressor zu einem aktiven Bestandteil Ihrer Wellness-Routine.

Der Zusammenhang zwischen einem organisierten Kleiderschrank und mentalem Wohlbefinden ist tiefgreifend. Es ist hilfreich, sich noch einmal bewusst zu machen, wie Mode und Wellness kombiniert werden können, um Stress zu reduzieren.

Wie werten Sie ein einfaches Outfit mit Accessoires für unter 100 € sofort auf?

Accessoires sind die Persönlichkeit Ihrer Capsule Wardrobe. Sie sind der einfachste und kostengünstigste Weg, ein schlichtes Basis-Outfit – wie eine Jeans und ein weisses T-Shirt – in einen individuellen und durchdachten Look zu verwandeln. Während die Kleidung das Fundament bildet, erzählen die Accessoires Ihre Geschichte. Der Trick besteht darin, in wenige, aber wirkungsvolle Stücke zu investieren, die vielseitig einsetzbar sind und Ihren Stil unterstreichen. Dafür müssen Sie kein Vermögen ausgeben; oft sind es die clever gewählten Details, die den grössten Unterschied machen.

Eine exzellente Strategie, um einzigartige und hochwertige Accessoires mit kleinem Budget zu finden, ist die gezielte Suche auf Flohmärkten. Orte wie der Wiener Naschmarkt-Flohmarkt am Samstag oder der Tummelplatz in Graz sind wahre Schatzkammern. Hier findet man für oft unter 20 Euro Vintage-Broschen, Seidentücher oder handgefertigte Ledergürtel, die eine Geschichte erzählen und jedem Outfit sofort Charakter verleihen. Ein einzelnes, besonderes Stück kann mehr bewirken als eine ganze Reihe von günstigem Modeschmuck.

Neben Vintage-Funden lohnt es sich, in einige wenige, aber hochwertige „Helden-Accessoires“ zu investieren, die sich vielfach kombinieren lassen. Ein hochwertiges Seidentuch kann als Halstuch, Haarband, Gürtel oder als Farbtupfer an der Handtasche getragen werden. Statement-Ohrringe von einem lokalen österreichischen Designer können ein schlichtes Abendoutfit sofort aufwerten. Ein klassischer Filzhut verleiht einem Herbst-Look Eleganz und eine hochwertige Sonnenbrille ist eine Investition, die über Jahre hinweg Stil und Funktion vereint. Mit einem Budget von unter 100 € lassen sich so problemlos zwei bis drei wirkungsvolle Accessoires finden, die Ihre Garderobe enorm bereichern.

Ihr Aktionsplan: Accessoires mit grosser Wirkung für unter 100 €

  1. Flohmarkt-Tour planen: Besuchen Sie gezielt einen lokalen Flohmarkt (z.B. Naschmarkt) und suchen Sie nach einem einzigartigen Seidentuch oder einem Vintage-Ledergürtel (Budget: 10-20 €).
  2. Lokale Designer entdecken: Recherchieren Sie online oder in kleinen Boutiquen nach österreichischen Schmuckdesignern und investieren Sie in ein Paar Statement-Ohrringe (Budget: 20-40 €).
  3. Ein vielseitiges Tuch wählen: Kaufen Sie ein hochwertiges Tuch aus Seide oder Modal in einer Ihrer Akzentfarben. Achten Sie auf eine Grösse von mindestens 90×90 cm für maximale Vielseitigkeit (Budget: 30-50 €).
  4. Qualität über Quantität stellen: Konfrontieren Sie Ihre bestehende Accessoire-Sammlung. Behalten Sie nur, was Sie lieben und was hochwertig ist. Verzichten Sie auf den Kauf von 5 billigen Teilen zugunsten eines einzigen, besonderen Stücks.
  5. Outfit-Kombinationen testen: Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit und probieren Sie Ihre neuen Accessoires mit mindestens drei verschiedenen Basis-Outfits aus Ihrer Capsule Wardrobe. Dokumentieren Sie die Looks mit Fotos für schnelle Inspiration.

Die Macht der Accessoires sollte niemals unterschätzt werden. Verinnerlichen Sie die Strategien, wie Sie ein einfaches Outfit mit kleinem Budget aufwerten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Fundament jeder erfolgreichen Capsule Wardrobe ist eine strategische 5-Farben-Regel, die maximale Kombinierbarkeit sicherstellt.
  • Ein saisonaler Rotationsansatz ist für das wechselhafte österreichische Klima unerlässlich, um Funktionalität und Übersicht zu gewährleisten.
  • Um modischer Langeweile vorzubeugen, ist der bewusste Einsatz von hochwertigen Materialien und unterschiedlichen Texturen entscheidender als eine Vielzahl von Schnitten.

Wie reduzieren Sie Ihre morgendliche Kosmetik-Routine auf 10 Minuten ohne Qualitätsverlust?

Der minimalistische Gedanke der Capsule Wardrobe lässt sich perfekt auf die Kosmetik übertragen. Genauso wie ein überfüllter Kleiderschrank zu Stress führt, tut es auch ein Badezimmerschrank voller halb benutzter Tuben und Tiegel. Eine „Capsule Makeup Bag“ reduziert Ihre Routine auf das Wesentliche, spart wertvolle Zeit am Morgen und lenkt den Fokus auf Qualität und Nachhaltigkeit. Dieses Bewusstsein für bewussten Konsum gewinnt an Bedeutung, denn laut dem YouGov European Fashion Report 2021 halten 14% der Österreicher Nachhaltigkeit im Modesektor für wichtig – ein Trend, der sich auch auf die Kosmetik auswirkt.

Der Schlüssel zu einer 10-Minuten-Routine liegt in multifunktionalen Produkten. Anstatt zehn verschiedener Spezialprodukte benötigen Sie nur wenige, die mehrere Aufgaben erfüllen. Ein getönter Lippenbalsam kann auch als cremiges Rouge auf den Wangen dienen. Eine getönte Tagescreme mit Lichtschutzfaktor vereint Feuchtigkeitspflege, Sonnenschutz und eine leichte Grundierung in einem Schritt. Ein Augenbrauengel bringt die Brauen in Form und verleiht ihnen gleichzeitig etwas Farbe. Fokussieren Sie sich auf Produkte, die Ihre natürliche Schönheit unterstreichen, anstatt sie zu überdecken.

Die Reduktion auf wenige, aber hochwertige Produkte erlaubt es Ihnen, in bessere Qualität zu investieren. Dies ist eine Chance, gezielt österreichische Naturkosmetik-Marken zu unterstützen, die oft auf nachhaltige Inhaltsstoffe und umweltfreundliche Verpackungen setzen. Eine minimalistische Routine bedeutet nicht, auf Qualität zu verzichten – im Gegenteil. Sie tauschen eine unübersichtliche Menge an mittelmässigen Produkten gegen eine handverlesene Auswahl an Favoriten, deren Anwendung Freude bereitet. Das Ergebnis ist ein frischer, gepflegter Look in unter 10 Minuten und das gute Gefühl, bewusste Entscheidungen für sich und die Umwelt getroffen zu haben.

Beginnen Sie noch heute damit, Ihren Kleiderschrank und Ihr Kosmetikregal nicht nur zu entrümpeln, sondern strategisch neu zu gestalten, um jeden Tag mit Klarheit, Stil und einem Gefühl der Befreiung zu beginnen.

Häufig gestellte Fragen zur minimalistischen Garderobe und Beauty-Routine

Welche 5 Produkte reichen für eine Basis-Routine?

Feuchtigkeitscreme, getönte Tagescreme, Mascara, Lippenpflege mit Farbe und Augenbrauengel. Diese fünf Produkte schaffen einen frischen und gepflegten Alltagslook in wenigen Minuten.

Wie spare ich Zeit beim Schminken?

Der grösste Zeitspar-Faktor sind multifunktionale Produkte. Verwenden Sie Produkte, die für mehrere Bereiche geeignet sind, wie zum Beispiel eine Lippen- und Wangenfarbe in einem Stift, oder eine BB-Cream, die Pflege, Sonnenschutz und Tönung kombiniert.

Welche österreichischen Naturkosmetik-Marken sind empfehlenswert?

Für eine hochwertige und nachhaltige Routine sind Marken wie ‚dieNikolai‘ aus der Wachau, die auf bio-dynamischen Weinbau-Inhaltsstoffen basiert, oder ‚Less is More‘ aus Wien, bekannt für ihre exzellente Haarpflege, eine ausgezeichnete Wahl. Sie verbinden Wirksamkeit mit ökologischem Bewusstsein.

Geschrieben von Hannah Gschwandtner, Zertifizierte Farb- und Stilberaterin sowie Expertin für Sustainable Fashion aus Salzburg. Sie hilft Frauen seit über 10 Jahren dabei, durch Capsule Wardrobes Ordnung und Stil in den Kleiderschrank zu bringen.