Veröffentlicht am März 12, 2024

Die weitverbreitete Annahme, eine einzige Bodylotion könne die gegensätzlichen Bedürfnisse von trockener und unreiner Haut am Körper lösen, führt oft zu Frustration. Der Schlüssel liegt in einer differenzierten Zonen-Strategie.

  • Trockene Areale (z. B. Schienbeine) benötigen reichhaltige, rückfettende Pflege, um die Hautbarriere zu stärken.
  • Zu Unreinheiten neigende Zonen (z. B. Rücken, Oberarme) erfordern leichte, nicht-komedogene und oft klärende Wirkstoffe wie Salicylsäure.

Empfehlung: Analysieren Sie die verschiedenen Zonen Ihres Körpers und stellen Sie eine Pflegeroutine zusammen, die gezielt auf die jeweiligen Bedürfnisse eingeht, anstatt ein Produkt für alles zu verwenden.

Der Winter in Österreich ist für die Haut eine besondere Herausforderung. Während die trockene Heizungsluft die Schienbeine spannen und jucken lässt, tauchen an den Oberarmen kleine, raue Pünktchen auf und am Rücken bilden sich trotz Kälte Unreinheiten. Wer dieses Szenario kennt, greift oft zu naheliegenden, aber gegensätzlichen Lösungen: eine extrem reichhaltige Creme für die trockenen Stellen, die jedoch die Pickel am Rücken verschlimmern könnte, oder ein aggressives Peeling gegen die Unreinheiten, das die empfindliche Haut an den Beinen vollends aus dem Gleichgewicht bringt. Dieser Teufelskreis entsteht aus einem fundamentalen Missverständnis: der Annahme, die Haut am Körper sei überall gleich.

Die üblichen Ratschläge stossen hier schnell an ihre Grenzen. Doch was, wenn der wahre Schlüssel zur Lösung nicht in einem einzigen Wundermittel, sondern in einer intelligenten, differenzierten Strategie liegt? Die Antwort ist die zonenspezifische Körperpflege. Dieser Ansatz behandelt den Körper nicht als homogene Fläche, sondern als eine Landschaft unterschiedlicher Hautbedürfnisse. Es geht darum, trockene, empfindliche und zu Unreinheiten neigende Partien gezielt und individuell zu versorgen. Statt einer „One-Size-Fits-All“-Lösung setzen wir auf ein massgeschneidertes Pflegesystem, das die Hautbarriere dort stärkt, wo sie schwach ist, und klärend wirkt, wo Talgdrüsen überaktiv sind.

Dieser Artikel führt Sie durch die genauen Schritte, um Ihr persönliches Haut-Mischbild am Körper zu analysieren und eine effektive Routine zu entwickeln. Wir beleuchten, welche Reinigungsprodukte den Säureschutzmantel bewahren, wie Sie Peelings strategisch einsetzen und welche modernen Hilfsmittel die Pflege schwer erreichbarer Stellen wie des Rückens auch für Singles unkompliziert machen. Ziel ist es, ein harmonisches, gepflegtes Hautbild am ganzen Körper zu erreichen, das den spezifischen Herausforderungen jeder Jahreszeit gewachsen ist.

Um die komplexen Bedürfnisse der Haut am Körper umfassend zu verstehen und gezielt zu behandeln, gliedert sich dieser Leitfaden in acht zentrale Bereiche. Jeder Abschnitt widmet sich einem spezifischen Problem oder einer Pflegetechnik und liefert Ihnen praktische, fundierte Lösungen.

Warum entstehen kleine Pickelchen an den Oberarmen und was hilft?

Die kleinen, rauen Pünktchen, die oft an den Aussenseiten der Oberarme, aber auch an Oberschenkeln oder am Gesäss auftreten, sind in den meisten Fällen keine Akne, sondern eine harmlose, aber kosmetisch störende Verhornungsstörung namens Keratosis Pilaris, umgangssprachlich auch „Reibeisenhaut“ genannt. Dieses Phänomen ist weit verbreitet; Studien deuten darauf hin, dass zwischen 40 und 50 Prozent der Menschen zumindest zeitweise davon betroffen sind. Die Ursache liegt in einer Überproduktion von Keratin, einem Hautprotein, das die Ausgänge der Haarfollikel blockiert. Anstatt normal abzufliessen, bildet das Keratin einen kleinen Pfropfen, der sich als spürbares und sichtbares Knötchen äussert.

Da es sich um eine Verhornungs- und nicht um eine Entzündungsproblematik handelt, sind klassische Anti-Akne-Produkte hier oft wirkungslos oder sogar kontraproduktiv, da sie die Haut zusätzlich austrocknen können. Die Behandlungsstrategie für Reibeisenhaut zielt stattdessen darauf ab, die überschüssigen Hornzellen sanft zu lösen und die Haut intensiv mit Feuchtigkeit zu versorgen. Wirkstoffe wie Urea (Harnstoff) oder Milchsäure (AHA) in Körperlotionen sind hierfür ideal. Sie wirken keratolytisch, das heisst, sie helfen, die Verhornungen aufzuweichen und abzutragen, während sie gleichzeitig Feuchtigkeit binden. Regelmässige, sanfte Peelings können diesen Prozess unterstützen, indem sie abgestorbene Hautschüppchen an der Oberfläche entfernen. Wichtig ist hierbei die Sanftheit – aggressive mechanische Peelings können die empfindliche Haut um die Follikel reizen und das Problem verschlimmern.

Eine konsequente Pflegeroutine ist der Schlüssel zum Erfolg. Tägliches Eincremen mit einer harnstoffhaltigen Lotion nach dem Duschen und ein bis zwei sanfte Peeling-Anwendungen pro Woche können das Hautbild innerhalb weniger Wochen sichtbar und spürbar verbessern. Geduld ist hierbei entscheidend, da es sich um eine genetisch bedingte Veranlagung handelt, die eine dauerhafte Pflege erfordert, um die Symptome in Schach zu halten.

Wie regt Trockenbürsten das Lymphsystem in 5 Minuten an?

Trockenbürsten ist eine jahrhundertealte Wellness-Technik, die weit mehr bewirkt als nur ein einfaches Peeling. Durch gezielte, rhythmische Bürstenstriche auf trockener Haut wird nicht nur die Durchblutung angeregt und die Haut von abgestorbenen Schüppchen befreit, sondern auch das Lymphsystem stimuliert. Das Lymphsystem ist ein zentraler Teil unseres Immunsystems und verantwortlich für den Abtransport von Stoffwechselabfällen aus dem Gewebe. Im Gegensatz zum Blutkreislauf hat es keine eigene Pumpe und ist auf Muskelbewegungen und äussere Stimulation angewiesen. Hier setzt das Trockenbürsten an: Die sanften, aber festen Striche wirken wie eine manuelle Lymphdrainage, die den Abfluss von angestauter Flüssigkeit fördert. Dies kann helfen, Schwellungen zu reduzieren und das Hautbild straffer und ebenmässiger erscheinen zu lassen.

Die Anwendung ist einfach und dauert nur wenige Minuten. Beginnen Sie an den Füssen und bürsten Sie mit langen, gleichmässigen Strichen immer in Richtung Herz – also von den Füssen die Beine hoch, von den Händen die Arme hoch und am Rumpf aufwärts. Der Druck sollte spürbar, aber niemals schmerzhaft sein. Wichtig ist jedoch der zonenspezifische Ansatz: Während das Trockenbürsten für unproblematische Zonen wie Beine und Arme exzellent ist, sollten Sie Bereiche mit aktiver Akne, Ekzemen oder Sonnenbrand unbedingt aussparen, um die Haut nicht zusätzlich zu reizen.

Demonstration der selektiven Trockenbürsten-Technik an unproblematischen Körperzonen

Für empfindliche oder zu Unreinheiten neigende Zonen wie den Rücken gibt es sanftere Alternativen, die eine ähnliche klärende Wirkung haben können, ohne mechanische Reizung zu verursachen.

Alternative Peeling-Methode: Die Kraft der Heilerde

Eine Maske aus Heilerde, aufgetragen auf den Rücken oder andere von Körperakne betroffene Stellen, ist eine hervorragende Alternative zum mechanischen Bürsten. Wie eine Analyse von Hautpflegeprodukten zeigt, sorgt Heilerde dafür, dass sich die Haut beruhigt und die Talgproduktion reguliert wird. Nach einigen Anwendungen kann leichte Körperakne so effektiv in den Griff bekommen werden, ohne die empfindliche Haut durch mechanische Reibung zusätzlich zu belasten.

Seifenfrei oder Öl: Was schützt den Säuremantel beim täglichen Duschen?

Die tägliche Dusche ist für viele ein unverzichtbares Ritual, kann aber für die Haut zur Belastung werden, wenn die falschen Produkte verwendet werden. Der Schlüssel zum Schutz der Haut liegt im Verständnis ihres natürlichen Säureschutzmantels. Diese dünne Schicht aus Schweiss, Talg und Hornzellen hat einen leicht sauren pH-Wert von etwa 5,5 und schützt die Haut vor dem Austrocknen, schädlichen Mikroorganismen und Umwelteinflüssen. Herkömmliche, alkalische Seifen mit einem hohen pH-Wert können diesen Schutzmantel angreifen, die Hautbarriere schwächen und zu Trockenheit, Juckreiz und Spannungsgefühlen führen.

Die Wahl des richtigen Reinigungsprodukts ist daher essenziell. Für die tägliche Reinigung sind pH-neutrale Waschlotionen mit einem Wert von 5,5, sogenannte Syndets, eine ausgezeichnete Wahl. Sie reinigen effektiv, ohne den Säureschutzmantel zu stören. Für sehr trockene Hautpartien wie die Schienbeine sind rückfettende Duschöle oft noch besser geeignet. Sie hinterlassen schon beim Duschen einen pflegenden Film auf der Haut, der den Verlust von Lipiden ausgleicht. Bei zu Akne neigenden Zonen am Rücken oder Dekolleté ist jedoch Vorsicht geboten: Manche Öle können komedogen wirken und die Poren verstopfen. Hier sind seifenfreie Syndets, eventuell mit milden antibakteriellen Zusätzen, die bessere Wahl.

Die folgende Tabelle fasst die Eigenschaften der beiden Produktkategorien zusammen und hilft bei der Entscheidung, welches Produkt für welche Körperzone am besten geeignet ist, ganz im Sinne einer intelligenten Zonen-Strategie.

Vergleich: Seifenfreie Syndets vs. Duschöle
Eigenschaft Seifenfreie Syndets Duschöle
pH-Wert Hautneutral (5,5) Neutral bis leicht sauer
Rückfettend Mässig Stark
Für trockene Haut Gut geeignet Sehr gut geeignet
Bei Akne-Zonen Besser geeignet Kann Poren verstopfen
Schaumbildung Mässig bis gut Gering

Der Heiss-Dusch-Fehler, der Juckreiz im Winter massiv verstärkt

Eine lange, heisse Dusche mag sich nach einem kalten Wintertag wie eine Wohltat anfühlen, für die Haut ist sie jedoch purer Stress. Heisses Wasser über 38°C wirkt wie ein Lösungsmittel für die wertvollen Lipide (Fette) in unserer Hautbarriere. Es lässt die Haut aufquellen, spült die natürlichen Feuchthaltefaktoren aus und macht sie durchlässiger. Das Ergebnis: Die Haut verliert nach dem Duschen rapide an Feuchtigkeit, was insbesondere im Winter, wenn die Luftfeuchtigkeit ohnehin niedrig ist, zu massivem Juckreiz, Rötungen und Spannungsgefühlen führt. Die ideale Duschtemperatur liegt daher bei lauwarmem Wasser zwischen 32 und 35 Grad Celsius – warm genug, um angenehm zu sein, aber kühl genug, um den Säureschutzmantel zu schonen.

Neben der Temperatur ist auch die Dauer entscheidend. Experten raten, die Duschzeit auf fünf bis zehn Minuten zu begrenzen. Ein besonders effektiver Tipp, um den Feuchtigkeitsverlust zu minimieren, ist die sogenannte „3-Minuten-Regel“. Sie besagt, dass die Hautpflege unmittelbar nach dem Abtupfen der Haut erfolgen sollte.

Langes, heisses und sehr häufiges Duschen oder Baden schwächt die Hautbarriere. Die ‚3-Minuten-Regel‘ nach dem Duschen ist entscheidend, um die durch die warme Dusche geöffnete Hautbarriere zu versiegeln.

– BARMER Gesundheitskasse, Trockene Haut: Ursachen & Tipps

Innerhalb dieses kurzen Zeitfensters sind die Poren noch leicht geöffnet und die Haut ist besonders aufnahmefähig für die Wirkstoffe von Cremes und Lotionen. Das sofortige Eincremen schliesst die Feuchtigkeit in der Haut ein und hilft, die Lipidschicht schnell wiederherzustellen. Ein weiterer einfacher Trick, um Juckreiz an den Beinen zu lindern: Die Beine am Ende der Dusche kurz kalt abzuduschen. Dieser Kältereiz verengt die Blutgefässe, schliesst die Poren und kann den Juckreiz sofort spürbar mildern.

Wann haben Sie zuletzt Ihren Rücken eingecremt: Hilfsmittel für Singles

Der Rücken ist eine der am schwersten erreichbaren Körperstellen und wird bei der täglichen Pflegeroutine oft vernachlässigt – mit sichtbaren Folgen. Trockene, schuppige Stellen oder Unreinheiten (oft als „Bacne“ bezeichnet) sind häufig das Resultat mangelnder Pflege. Während Menschen in einer Partnerschaft auf helfende Hände zurückgreifen können, stehen Singles vor einer praktischen Herausforderung. Doch die Kosmetikindustrie und kreative DIY-Lösungen bieten mittlerweile eine Vielzahl an innovativen Hilfsmitteln, die eine umfassende Rückenpflege auch alleine ermöglichen.

Spezielle Eincremehilfen mit langen Griffen und austauschbaren Schwamm- oder Pad-Aufsätzen sind eine klassische und effektive Lösung. Sie ermöglichen es, jede Stelle des Rückens mühelos zu erreichen. Moderne Formulierungen gehen noch einen Schritt weiter: Bodylotions als Sprays, oft mit einem 360-Grad-Sprühkopf, können selbst über Kopf gehalten werden und verteilen einen feinen Nebel gleichmässig auf dem Rücken. Für die gezielte Behandlung von Unreinheiten eignen sich Applikatoren mit Roll-on-Kugel, mit denen sich Anti-Akne-Seren präzise auftragen lassen.

Innovative Sprühlotions und Applikatoren für die Rückenpflege

Wer nicht sofort in spezielle Werkzeuge investieren möchte, kann sich auch mit einfachen Haushaltsgegenständen behelfen und so die konsequente Pflege sicherstellen.

Praktische DIY-Lösung für die Rückenpflege

Eine einfache, aber geniale Methode ermöglicht die vollständige Rückenpflege ohne fremde Hilfe. Wickeln Sie ein weiches Tuch oder einen Waschlappen um das Ende eines langen Kochlöffels oder einer Rückenbürste und fixieren Sie es mit einem Gummiband. Wie praktische Anleitungen zeigen, können Sie mit diesem selbstgebauten Werkzeug sowohl klärende Lotionen gegen Unreinheiten als auch reichhaltige Cremes für trockene Stellen präzise und flächendeckend auf den gesamten Rücken auftragen.

Mechanisches oder chemisches Peeling: Was wirkt besser gegen eingewachsene Haare?

Eingewachsene Haare sind ein häufiges Problem, das nicht nur nach der Rasur auftritt. Sie entstehen, wenn ein Haar unter der Hautoberfläche wächst oder zurück in die Haut hineinkurvt, oft weil der Haarkanal durch abgestorbene Hautzellen blockiert ist. Dies kann zu unschönen roten Pusteln und Entzündungen führen. Regelmässiges Peeling ist die wirksamste Methode, um dem vorzubeugen, doch die Wahl des richtigen Peelings ist entscheidend. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen mechanischen und chemischen Peelings.

Mechanische Peelings, wie klassische Körper-Scrubs mit Zucker- oder Salzkristallen, entfernen abgestorbene Hautschüppchen durch physische Reibung. Sie sind effektiv, um die Hautoberfläche vor der Rasur zu glätten, können aber bei unsachgemässer Anwendung oder bei empfindlicher Haut zu Mikroverletzungen und Reizungen führen. Chemische Peelings hingegen arbeiten mit Säuren wie Alpha-Hydroxysäuren (AHA), z. B. Glykolsäure, oder Beta-Hydroxysäuren (BHA), wie Salicylsäure. Während AHAs vor allem an der Hautoberfläche wirken, hat BHA die besondere Fähigkeit, fettlöslich zu sein und tief in die Poren einzudringen, um dort Talg und Verhornungen zu lösen. Das macht es besonders wirksam bei follikulären Verstopfungen, von denen laut Schätzungen bis zu 85 % der Menschen irgendwann betroffen sind. Für die Vorbeugung eingewachsener Haare und die Behandlung von Körperakne ist BHA daher oft die überlegene Wahl.

Die beste Strategie kombiniert oft beide Methoden auf intelligente Weise: Ein sanftes mechanisches Peeling vor der Rasur bereitet die Haut optimal vor, während ein chemisches Peeling ein- bis zweimal pro Woche abends angewendet wird, um die Poren langfristig frei zu halten. Wichtig ist, der Haut zwischendurch genügend Zeit zur Regeneration zu geben und sie nach jedem Peeling intensiv mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Ihr Aktionsplan: Zonen-Peeling richtig anwenden

  1. Zonen identifizieren: Lokalisieren Sie die unterschiedlichen Hautbereiche an Ihrem Körper: trockene Schienbeine, raue Oberarme (Reibeisenhaut), unreiner Rücken.
  2. Produkte auswählen: Bestimmen Sie, welche Produkte für welche Zone geeignet sind. Urea-haltige Cremes für raue Stellen, leichte Salicylsäure-Lotionen für Unreinheiten, reichhaltige Körperbutter für trockene Beine.
  3. Reinigung anpassen: Verwenden Sie ein rückfettendes Duschöl für trockene Zonen und eine pH-neutrale, seifenfreie Waschlotion für empfindliche oder unreine Bereiche.
  4. Peeling-Strategie festlegen: Setzen Sie chemische Peelings (BHA) gezielt auf Akne-Zonen ein und verwenden Sie sanfte mechanische Peelings (oder Enzympeelings) für trockene Bereiche, um die Haut nicht zu reizen.
  5. Routine etablieren: Integrieren Sie die zonenspezifische Pflege in Ihre tägliche Routine nach dem Duschen und planen Sie Peeling-Tage bewusst, um der Haut Regenerationsphasen zu gönnen.

Die Entscheidung zwischen den Peeling-Arten hängt stark vom Hautzustand ab. Die Wirkungsweisen von mechanischen und chemischen Peelings zu verstehen, ist die Basis für eine effektive Anwendung.

Wie finden Sie eine Bodylotion, die sofort einzieht und trotzdem 24h pflegt?

Die Suche nach der perfekten Bodylotion gleicht oft der Quadratur des Kreises: Sie soll intensiv pflegen und langanhaltend Feuchtigkeit spenden, aber bitte ohne einen klebrigen, fettigen Film zu hinterlassen, der das Anziehen nach dem Duschen zur Geduldsprobe macht. Die Lösung liegt im Verständnis der verschiedenen Texturen und Wirkstoff-Kategorien. Moderne Formulierungen setzen auf eine intelligente Kombination von Inhaltsstoffen, um sowohl sofortigen Komfort als auch nachhaltige Pflege zu gewährleisten.

Der Schlüssel liegt in der Balance zwischen Feuchthaltemitteln (Humectants) und rückfettenden bzw. versiegelnden Wirkstoffen (Emollients/Occlusives). Leichte, schnell einziehende Lotionen und Gel-Cremes basieren oft auf einem hohen Wasseranteil und Feuchthaltemitteln wie Hyaluronsäure oder Glycerin. Diese ziehen Feuchtigkeit wie ein Magnet in die Haut und polstern sie von innen auf, ohne zu beschweren. Sie sind ideal für unkomplizierte Haut oder für zu Unreinheiten neigende Zonen, da sie die Poren nicht verstopfen. Für die intensive und langanhaltende Pflege trockener Haut sind sie allein jedoch oft nicht ausreichend.

Makroaufnahme verschiedener Lotion-Texturen auf Haut

Hier kommen reichhaltigere Texturen mit Inhaltsstoffen wie Ceramiden, Sheabutter oder natürlichen Ölen ins Spiel. Ceramide sind hauteigene Lipide, die die Hautbarriere reparieren und stärken. Sheabutter und Öle bilden einen schützenden Film, der den Feuchtigkeitsverlust (transepidermaler Wasserverlust) verhindert und die Haut geschmeidig hält. Die Kunst der Formulierung besteht darin, diese reichhaltigen Inhaltsstoffe so zu verarbeiten, dass sie schnell mit der Haut verschmelzen. Mikronisierte Partikel oder moderne Emulsionstechnologien machen dies möglich. Für eine zonenspezifische Pflege bedeutet das: Eine leichte Gel-Creme für den Rücken und eine reichhaltige Ceramid-Lotion für die trockenen Schienbeine kann die ideale Kombination sein.

Die Textur einer Lotion ist oft der erste Hinweis auf ihre Eignung für einen bestimmten Hauttyp. Die Unterschiede zwischen den Formulierungen zu kennen, erleichtert die Auswahl enorm.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die zonenspezifische Pflege, bei der trockene und unreine Areale unterschiedlich behandelt werden, ist der Schlüssel zu einem ausgeglichenen Hautbild am Körper.
  • Der Schutz des Säureschutzmantels durch pH-neutrale Reinigungsprodukte (ca. 5,5) und lauwarme Wassertemperaturen ist die Grundlage jeder Pflegeroutine.
  • Die Wahl der Pflegetextur muss an die jeweilige Körperzone angepasst werden: leichte Gel-Cremes für ölige Zonen, reichhaltige Ceramid-Lotionen für trockene Haut.

Wie schützen Sie Ihren Teint bei trockener Heizungsluft und Kälte im Winter?

Während sich die bisherigen Abschnitte auf spezifische Probleme am Körper konzentriert haben, stellt der Winter eine übergreifende Herausforderung für die gesamte Haut dar – insbesondere für die empfindliche Gesichtshaut. Der ständige Wechsel zwischen eisiger Kälte draussen und warmer, extrem trockener Heizungsluft drinnen entzieht der Haut permanent Feuchtigkeit. Der natürliche Feuchtigkeitsgehalt der obersten Hautschicht liegt idealerweise bei 20-30 %, fällt aber im Winter durch diese Bedingungen oft drastisch darunter. Die Folge sind Spannungsgefühle, feine Trockenheitsfältchen und ein fahler Teint.

Die Pflegestrategie muss hier an zwei Fronten ansetzen: die Barriere stärken und kontinuierlich Feuchtigkeit zuführen. Die im Artikel besprochenen Prinzipien – sanfte Reinigung und eine auf den Hauttyp abgestimmte, lipidreiche Pflege – sind auch für das Gesicht die Basis. Im Winter darf die Tagespflege ruhig eine Stufe reichhaltiger sein als im Sommer. Produkte mit Ceramiden, Squalan oder Sheabutter helfen, die Hautbarriere zu versiegeln und den Feuchtigkeitsverlust zu minimieren. Darunter aufgetragene Seren mit Hyaluronsäure wirken als zusätzlicher Feuchtigkeitsspeicher.

Ein oft unterschätzter, aber hochwirksamer Helfer während des Tages ist ein Thermalwasser-Spray. Ein feiner Sprühnebel über das Gesicht (auch über Make-up) erfrischt nicht nur, sondern versorgt die Haut sofort mit Feuchtigkeit und Mineralien, ohne die Poren zu verstopfen. Es wirkt dem austrocknenden Effekt der Heizungsluft direkt entgegen und hilft, die Hautbarriere auch zwischen den Pflegeroutinen am Morgen und Abend zu stabilisieren. Ergänzend kann ein Luftbefeuchter im Schlaf- oder Arbeitszimmer das Raumklima und somit auch das Hautbild signifikant verbessern.

Beginnen Sie noch heute damit, Ihren Körper nicht als Einheit, sondern als eine Landschaft unterschiedlicher Zonen zu betrachten. Der erste Schritt zu einer ausgeglichenen, gepflegten Haut ist eine aufmerksame und an die jeweiligen Bedürfnisse angepasste Pflegeroutine.

Häufig gestellte Fragen zur Pflege von Mischhaut am Körper

Wie oft sollte ich ein Körperpeeling anwenden?

Die ideale Frequenz liegt bei ein- bis zweimal pro Woche. Passen Sie die Art des Peelings an die Körperzone an: Ein chemisches Peeling mit BHA für zu Akne neigende Zonen wie den Rücken, ein sanftes mechanisches oder Enzympeeling für empfindlichere, trockene Bereiche wie die Schienbeine. Hören Sie immer auf die Signale Ihrer Haut und gönnen Sie ihr Regenerationspausen.

Kann ich Körperöl auch bei zu Akne neigender Haut verwenden?

Hier ist Vorsicht geboten. Viele reichhaltige Öle können komedogen wirken und die Poren verstopfen. Wenn Sie Öl verwenden möchten, greifen Sie zu leichten, nicht-komedogenen Varianten wie Jojoba- oder Squalanöl und tragen Sie es sehr sparsam auf. Für die gezielte Behandlung von Körperakne sind spezielle Lotionen mit Salicylsäure (BHA) in der Regel die sicherere und effektivere Wahl.

Was ist der Unterschied zwischen trockener und dehydrierter Haut?

Obwohl die Begriffe oft synonym verwendet werden, beschreiben sie unterschiedliche Zustände. Trockene Haut (Alipie) ist ein Hauttyp, dem es an Lipiden (Fett) mangelt, was zu einer geschwächten Barriere führt. Dehydrierte Haut ist hingegen ein vorübergehender Zustand, bei dem es der Haut an Wasser (Feuchtigkeit) mangelt. Jede Haut, auch fettige, kann dehydriert sein. Oft treten beide Zustände gleichzeitig auf, weshalb eine gute Pflege sowohl Lipide als auch Feuchthaltefaktoren (z.B. Hyaluronsäure) liefern sollte.

Geschrieben von Sophie Altenburger, Promovierte Pharmazeutin und Apothekerin in Graz mit Spezialisierung auf dermatologische Rezepturen. Seit 12 Jahren berät sie Kunden zu Inhaltsstoffen, Hautbarriere-Stärkung und medizinischer Hautpflege.