Veröffentlicht am März 15, 2024

Wahrer Wert bei Schmuck manifestiert sich nicht allein im Material, sondern in der Symbiose aus Handwerkskunst, kultureller Bedeutung und vorausschauender Pflege.

  • Die Wahl der richtigen Goldlegierung (mindestens 585er, idealerweise 750er Gold) ist entscheidender für die Langlebigkeit als reiner Materialwert.
  • Die Robustheit eines Edelsteins und die Qualität seiner Fassung bestimmen seine Alltagstauglichkeit und seinen Fortbestand als Erbstück.

Empfehlung: Investieren Sie in Stücke, deren Geschichte und handwerkliche Qualität Sie verstehen, und betrachten Sie deren Pflege als aktiven Beitrag zur Wertsteigerung für kommende Generationen.

In den Salons von Wien, wo sich Tradition und Moderne die Hand reichen, ist Schmuck weit mehr als nur ein flüchtiges Accessoire. Er ist ein Statement, ein Teil des kulturellen Erbes und nicht selten ein stiller Begleiter für besondere Anlässe wie den Wiener Opernball. Viele meiner Kunden kommen mit dem Wunsch zu mir, ein Stück zu erwerben, das nicht nur heute schmückt, sondern auch in zwanzig, dreissig oder mehr Jahren noch von Bedeutung – und von Wert – ist. Es geht um die Schaffung von Erbstücken, um eine Investition, die über den reinen Goldpreis hinausgeht.

Die üblichen Ratschläge konzentrieren sich oft auf einfache Metriken wie Karat oder Gewicht. Man hört, man solle das reinste Gold kaufen oder sich auf bekannte Marken verlassen. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Sie ignoriert die Seele eines Schmuckstücks: die Qualität der Legierung, die Widerstandsfähigkeit eines Edelsteins im Alltag, die Kunstfertigkeit der Fassung und die Geschichte, die es in sich trägt. Ein hoher Goldanteil allein garantiert keine Langlebigkeit, wenn die Legierung spröde ist oder sich verfärbt.

Was also, wenn der Schlüssel zu wahrer Wertbeständigkeit nicht im reinen Materialwert liegt, sondern in einer durchdachten Philosophie des Erwerbs und der Bewahrung? In meinem Atelier verfolge ich einen Ansatz, der auf einer Symbiose beruht: der perfekten Verbindung von hochwertigem Material, überlegener Handwerkskunst und dem Wissen um die richtige Pflege. Es ist die Kunst, ein Schmuckstück nicht als Ware, sondern als zukünftiges Familienerbe zu begreifen.

Dieser Leitfaden wird Sie durch ebenjene Philosophie führen. Wir werden erörtern, warum bestimmte Goldlegierungen für den Alltag ungeeignet sind, wie Sie die Robustheit von Edelsteinen beurteilen, wie Sie Erbstücke modern interpretieren und welche zeitlosen Klassiker wirklich jeder Mode trotzen. So werden Sie lernen, Schmuck mit den Augen eines Kenners zu wählen.

Inhaltsverzeichnis: Ihr Leitfaden für wertbeständigen Schmuck

Warum 333er Gold für den täglichen Ehering eine schlechte Wahl ist

Für ein Schmuckstück, das ein Leben lang täglich getragen werden soll, ist 333er Gold aufgrund seines geringen Goldanteils und der daraus resultierenden Nachteile fundamental ungeeignet. Während der niedrige Preis verlockend wirken mag, opfern Sie Langlebigkeit, Ansehen und letztlich auch den ideellen Wert, der gerade bei einem Ehering von höchster Bedeutung ist.

Der Kern des Problems liegt in der Zusammensetzung. Wie der Name schon andeutet, besteht eine 333er-Legierung nur zu einem Drittel aus reinem Gold. Die restlichen zwei Drittel sind unedlere Metalle wie Kupfer, Silber oder Zink. Im Vergleich dazu hat sich in Österreich 585er Gold (58,5 % Gold) als kultureller Mindeststandard für Qualitätsschmuck etabliert, während 750er Gold (75 % Gold) als Inbegriff für Luxus und Wertbeständigkeit gilt. Eine Studie laut der österreichischen Gold- und Silber-Scheideanstalt verdeutlicht den massiven Unterschied im reinen Materialwert.

Die Nachteile von 333er Gold für einen Ehering sind vielfältig:

  • Geringere Widerstandsfähigkeit: Der hohe Anteil an unedlen Metallen macht die Legierung anfällig für Oxidation und Verfärbungen. Der Ring kann mit der Zeit anlaufen oder sogar einen metallischen Geruch entwickeln, was bei einem so persönlichen Gegenstand inakzeptabel ist.
  • Allergiepotenzial: Metalle wie Nickel oder Kupfer, die in höheren Konzentrationen beigemischt sein können, sind häufige Auslöser von Hautirritationen und Allergien.
  • Niedriger Wiederverkaufswert: Sollte der Ring eines Tages als Altgold veräussert werden, erzielt 333er Gold nur einen Bruchteil des Wertes von höherkarätigen Legierungen. Er ist somit keine Wertanlage.

Die Wahl des Eherings ist eine Entscheidung fürs Leben. Hier zu sparen, bedeutet, an der falschen Stelle zu sparen. Ein Ring aus 585er oder 750er Gold ist nicht nur ein Schmuckstück, sondern ein tägliches Versprechen von Dauerhaftigkeit und Qualität, das auch nach Jahrzehnten noch strahlt.

Wie reinigen Sie Diamanten zu Hause, ohne die Fassung zu beschädigen?

Diamanten sind für ihre Härte bekannt, doch ihre wahre Schönheit entfaltet sich erst durch das Licht, das sie brechen. Alltägliche Ablagerungen von Handcremes, Seifen oder Hautfetten können diesen Glanz trüben. Eine sorgfältige Reinigung ist daher unerlässlich. Für modernes, robust gefasstes Diamantschmuck kann eine einfache Methode zu Hause wahre Wunder wirken: ein Bad in lauwarmem Wasser mit einigen Tropfen mildem Spülmittel. Mit einer sehr weichen Zahnbürste können Sie Schmutz sanft aus den Zwischenräumen entfernen. Anschliessend unter klarem Wasser abspülen und mit einem fusselfreien Tuch trocknen.

Diese Methode hat jedoch entscheidende Grenzen, die jeder Besitzer von wertvollen Stücken kennen muss. Insbesondere bei Erbstücken aus österreichischer Tradition, wie filigranen Biedermeier- oder Jugendstil-Juwelen, ist höchste Vorsicht geboten.

Schonende Reinigung von Diamantschmuck mit professionellen Werkzeugen

Fallbeispiel: Die Reinigung eines Biedermeier-Verlobungsrings

Eine Kundin brachte mir einen Ring aus den 1840er-Jahren, ein Erbstück ihrer Urgrossmutter. Die Fassungen der kleinen Diamanten waren äusserst zart und zeigten bereits altersbedingte Abnutzung. Eine Reinigung mit einer Bürste, selbst einer weichen, hätte das Risiko birgt, die Krappen zu verbiegen oder die Steine zu lockern. In solchen Fällen ist eine professionelle Reinigung beim Goldschmiedemeister unumgänglich. Wir verwenden spezielle Pasten und Ultraschallbäder mit angepasster Frequenz, um den Schmutz zu lösen, ohne die historische Fassung mechanisch zu belasten.

Der Grundsatz lautet also: Je älter und filigraner die Fassung, desto eher sollten Sie die Reinigung einem Experten überlassen. Ihre alltäglichen Diamantringe können Sie selbst pflegen, doch Ihre wertvollsten Schätze verdienen die Hand eines Meisters, um ihre Integrität und ihren Wert für die nächste Generation zu bewahren.

Diamant oder Saphir: Welcher Stein ist robuster für einen Verlobungsring?

Die Wahl des Steins für einen Verlobungsring ist eine der emotionalsten und wichtigsten Entscheidungen. Neben der Ästhetik ist die Robustheit für den täglichen Gebrauch ein entscheidendes Kriterium. Die beiden klassischen Favoriten, Diamant und Saphir, stehen hier oft im direkten Vergleich. Beide sind exzellente Wahlen, doch ihre Eigenschaften unterscheiden sich in subtilen, aber wichtigen Details.

Der Diamant ist mit einer Mohshärte von 10 das härteste bekannte natürliche Mineral. Das bedeutet, er ist praktisch absolut kratzfest – nur ein anderer Diamant kann ihn ritzen. Der Saphir, der zur Familie der Korunde gehört, folgt direkt dahinter mit einer Mohshärte von 9. Auch er ist extrem kratzfest und widersteht den Beanspruchungen des Alltags hervorragend.

Ein oft übersehener Aspekt ist jedoch die Spaltbarkeit. Diamanten besitzen eine perfekte Spaltbarkeit entlang ihrer Kristallebenen. Ein harter, gezielter Schlag an der richtigen Stelle kann einen Diamanten spalten. Saphire hingegen haben keine Spaltbarkeit und gelten als zäher, also widerstandsfähiger gegen Brüche. Für den Alltag sind beide Steine jedoch mehr als ausreichend robust. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Eigenschaften zusammen:

Härte und Haltbarkeit: Diamant vs. Saphir
Eigenschaft Diamant Saphir
Mohshärte 10 (härtestes Mineral) 9 (zweithärtestes)
Kratzfestigkeit Absolut kratzfest Sehr kratzfest
Bruchfestigkeit Spaltbar entlang Kristallebenen Keine Spaltbarkeit, zäher
Alltagstauglichkeit Exzellent Exzellent
Symbolik in Österreich Ewige Liebe Treue & habsburgische Tradition

Besonders in Österreich hat der Saphir eine tiefe kulturelle Verankerung, die über seine physischen Eigenschaften hinausgeht. Wie Experten von Satéur Österreich in ihrem Leitfaden betonen:

Der Saphir hat eine lange Tradition in europäischen und speziell österreichischen Königshäusern und symbolisiert Treue und Beständigkeit.

– Satéur Österreich, Die besten Verlobungsringe in Österreich: Der ultimative Leitfaden

Letztendlich ist die Wahl eine Frage der persönlichen Präferenz. Der Diamant bietet unübertroffene Härte und Brillanz, während der Saphir mit seiner Zähigkeit, seiner Farbenvielfalt und seiner tiefen Verbindung zur habsburgischen Geschichte eine ebenso königliche und beständige Alternative darstellt.

Der Urlaubs-Fehler beim Goldkauf, der Sie beim Zoll teuer zu stehen kommt

Die Verlockung ist gross: Im Urlaub in einem fernen Land entdeckt man ein wunderschönes Schmuckstück zu einem scheinbar unschlagbaren Preis. Doch die Freude über das Schnäppchen kann bei der Rückkehr nach Österreich schnell verfliegen, wenn man die Zollbestimmungen missachtet. Unwissenheit schützt hier nicht vor empfindlichen Nachzahlungen und Strafen.

Das entscheidende Stichwort lautet Freigrenze. Dies ist der Warenwert, bis zu dem Sie Souvenirs aus einem Nicht-EU-Land zoll- und steuerfrei nach Österreich einführen dürfen. Nach österreichischen Zollbestimmungen liegt diese Grenze bei 430 € pro Person bei Flugreisen und nur 300 € bei Reisen über den Landweg. Überschreitet der Wert Ihres neuen Goldschmucks diese Grenze, müssen Sie ihn bei der Einreise unaufgefordert beim Zoll deklarieren.

Wird die Ware nicht deklariert und bei einer Kontrolle entdeckt, wird es teuer. Es fallen nicht nur die 20 % Einfuhrumsatzsteuer auf den gesamten Wert an, sondern oft auch ein empfindliches Finanzstrafverfahren. Ein vermeintliches Schnäppchen kann sich so schnell zu einem teuren Ärgernis entwickeln. Ein informierter Käufer plant voraus und kennt die Regeln.

Ihr Plan für den Goldkauf im Ausland

  1. Vor dem Kauf: Prüfen Sie die exakte Freigrenze für Ihre Reiseart (430 € bei Flug- bzw. 300 € bei Landreisen nach Österreich aus Nicht-EU-Ländern).
  2. Beim Kauf: Bestehen Sie auf einer detaillierten Original-Rechnung und, wenn möglich, einem Echtheitszertifikat. Bewahren Sie diese Dokumente sicher auf.
  3. Bei der Einreise: Gehen Sie aktiv zum Zollschalter („rote Zone“) und deklarieren Sie alle Waren, die die Freigrenze überschreiten. Planen Sie die fällige Einfuhrumsatzsteuer in Ihr Budget ein.
  4. Nach der Rückkehr: Heben Sie alle Dokumente sorgfältig auf. Sie dienen als Wertnachweis und können bei einer späteren Begutachtung, etwa durch das österreichische Hauptpunzierungsamt, entscheidend sein.
  5. Kalkulation: Rechnen Sie vor dem Kauf aus, ob sich der Erwerb inklusive der 20 % Einfuhrumsatzsteuer immer noch lohnt im Vergleich zu einem Kauf bei einem heimischen Juwelier, der Ihnen volle Transparenz und Service bietet.

Ein kluger Investor kennt nicht nur den Wert des Goldes, sondern auch die Spielregeln, die damit verbunden sind. Oft ist der Kauf bei einem vertrauenswürdigen Juwelier in Wien nicht nur sicherer, sondern unter dem Strich auch kostengünstiger.

Wie integrieren Sie Omas Perlenkette modern in ein Business-Outfit?

In vielen Schmuckschatullen Wiens schlummern sie: die klassischen, einreihigen Perlenketten unserer Grossmütter. Sie sind oft von exzellenter Qualität und mit unbezahlbaren Erinnerungen verbunden, wirken aber auf den ersten Blick vielleicht zu bieder für ein modernes Business-Umfeld. Doch diese Erbstücke weg- oder ungetragen zu lassen, wäre ein Frevel an der Handwerkskunst und der Familiengeschichte. Der Schlüssel liegt in der modernen Interpretation und dem gezielten Stilbruch.

Anstatt die Kette konventionell zu einem Twin-Set zu tragen, kombinieren Sie sie mit klaren, minimalistischen Silhouetten. Ein scharf geschnittener Hosenanzug in einer kräftigen Farbe, ein hochwertiger Kaschmirpullover mit V-Ausschnitt oder eine schlichte Seidenbluse bieten die perfekte Bühne für den sanften Glanz der Perlen. Der Kontrast zwischen der klassischen Kette und der modernen Kleidung erzeugt eine spannende Dynamik.

Moderne Interpretation einer klassischen Perlenkette im Business-Look

Wenn die Kette selbst ein Update benötigt, um ihren Platz in der Gegenwart zu finden, gibt es elegante Möglichkeiten, ohne ihren Charakter zu zerstören. Wiener Juweliere haben sich auf das „Upcycling“ solcher Erbstücke spezialisiert.

Fallstudie: Die Modernisierung einer 50er-Jahre Perlenkette

Eine traditionelle, gleichmässig geknüpfte Perlenkette aus den 1950er-Jahren kann durch wenige, aber gezielte Eingriffe transformiert werden. Eine sehr beliebte Methode ist der Austausch des oft verschnörkelten Verschlusses gegen ein modernes, minimalistisches Design aus Weiss- oder Gelbgold. Eine andere Möglichkeit ist, die Kette aufzulösen und die Perlen zu einem mehrreihigen, eng anliegenden Armband umzuarbeiten. So bleibt das Material und der emotionale Wert erhalten, während ein völlig neues, zeitgemässes Schmuckstück entsteht, das perfekt zum Business-Look passt.

Ein Erbstück zu tragen, bedeutet, eine Geschichte weiterzuerzählen. Indem Sie Omas Perlenkette mutig und durchdacht in Ihre Garderobe integrieren, zollen Sie nicht nur der Vergangenheit Respekt, sondern beweisen auch ein sicheres Gespür für zeitlosen Stil und Individualität.

Wie funktioniert das „Urban Mining“ bei Gold und warum ist es umweltfreundlicher?

Wenn wir an Goldgewinnung denken, haben die meisten von uns das Bild von grossen Minen in fernen Ländern vor Augen – ein Prozess, der oft mit enormem ökologischem und sozialem Aufwand verbunden ist. Doch es gibt eine immer wichtigere und weitaus nachhaltigere Quelle für dieses edle Metall: unsere eigenen Städte. Dieses Konzept nennt sich Urban Mining, die „städtische Mine“.

Urban Mining bezeichnet die systematische Rückgewinnung von Wertstoffen, insbesondere Edelmetallen wie Gold, Platin und Silber, aus ausgedienten Produkten. Die grössten Goldreserven schlummern dabei in Elektroschrott – alten Handys, Computern und Leiterplatten – sowie in Altschmuck. Anstatt neue Erze unter hohem Energie- und Wasserverbrauch abzubauen, werden vorhandene Ressourcen wieder in den Kreislauf zurückgeführt. Dies ist nicht nur Recycling; es ist die bewusste Erschliessung einer menschengemachten Lagerstätte.

Die ökologischen Vorteile sind immens. Die Gewinnung von Gold aus Elektroschrott erfordert bis zu 80 % weniger Energie als der traditionelle Bergbau. Zudem werden giftige Chemikalien wie Zyanid und Quecksilber, die im Bergbau oft zum Einsatz kommen, vermieden. In Österreich spielt hier die Österreichische Gold- und Silber-Scheideanstalt (Ögussa) eine führende Rolle.

Fallstudie: Ögussa – Österreichs Vorreiter im Goldrecycling

Die Ögussa agiert als zentraler Knotenpunkt für das Urban Mining in Österreich. Sie sammelt Altgold, Zahngold und edelmetallhaltigen Industrieschrott von Juwelieren, Zahnärzten und Privatpersonen aus dem ganzen Land. In einem hochtechnologischen Scheideprozess wird das Gold von anderen Metallen getrennt und zu Feingold mit einer Reinheit von 999,9 verarbeitet. Dieses recycelte Gold ist qualitativ absolut identisch mit Gold aus primären Minen und wird wieder zur Herstellung von neuem Schmuck, Barren oder für industrielle Zwecke verwendet. Jeder, der sein altes, kaputtes Schmuckstück verkauft, trägt somit aktiv zum Urban Mining bei.

Indem wir auf recyceltes Gold setzen, schonen wir nicht nur die Umwelt, sondern stärken auch die heimische Wirtschaft und reduzieren die Abhängigkeit von oft problematischen Lieferketten. Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie Wert nicht nur erhalten, sondern auch auf intelligente und verantwortungsvolle Weise neu geschaffen werden kann.

Das Verständnis für nachhaltige Rohstoffkreisläufe ist für den modernen Investor essentiell. Erkennen Sie die Bedeutung und Funktionsweise des Urban Mining als zukunftsweisendes Konzept.

Wie pflegen Sie Ledergürtel und Geldbörsen, damit sie Jahrzehnte halten?

Die Philosophie der Wertbeständigkeit endet nicht bei Edelmetallen und Juwelen. Sie erstreckt sich auf alle Elemente einer kuratierten Garderobe, die mit Bedacht ausgewählt wurden. Hochwertige Lederaccessoires wie Gürtel und Geldbörsen sind solche Stücke. Aus feinem Kalbs- oder Hirschleder gefertigt, entwickeln sie mit der Zeit eine wunderschöne Patina, die ihre Geschichte erzählt – vorausgesetzt, sie werden richtig gepflegt.

Leder ist ein natürliches Material, das atmet und auf seine Umgebung reagiert. Ohne Pflege trocknet es aus, wird brüchig und verliert seine Geschmeidigkeit. Besonders das österreichische Klima mit seinen kalten, feuchten Wintern und trockenen Heizungsluftperioden stellt eine Herausforderung dar. Die richtige Pflegeroutine ist daher keine lästige Pflicht, sondern eine Investition in die Langlebigkeit Ihrer Lieblingsstücke.

Die folgenden Schritte sind entscheidend, um die Lebensdauer Ihrer Lederwaren um Jahre oder sogar Jahrzehnte zu verlängern:

  • Schutz vor den Elementen: Der grösste Feind im Winter ist Streusalz. Nach jedem Kontakt mit Schnee oder salznassem Untergrund sollten Sie die Lederwaren mit einem leicht feuchten Tuch abwischen, um die aggressiven Salzkristalle zu entfernen.
  • Regelmässige Nährung: Alle drei bis vier Monate, besonders vor und nach der Wintersaison, sollten Sie dem Leder wieder Fett und Feuchtigkeit zuführen. Verwenden Sie hierfür ein spezielles, hochwertiges Lederfett oder einen Lederbalsam. Tragen Sie es dünn mit einem weichen Tuch auf und lassen Sie es einziehen.
  • Materialspezifische Pflege: Nicht jedes Leder ist gleich. Glattes Kalbsleder profitiert von einer farblich passenden Schuhcreme, die auch kleine Kratzer kaschiert. Rauleder wie Velours oder Nubuk benötigt spezielle Bürsten und Imprägniersprays. Exotischere Lederarten wie Hirschleder danken die Behandlung mit einem rückfettenden Lederöl.
  • Richtiges Trocknen: Sollte Ihre Geldbörse oder Ihr Gürtel einmal richtig nass geworden sein, trocknen Sie ihn niemals auf der Heizung oder in der prallen Sonne. Die abrupte Hitze entzieht dem Leder zu schnell die Feuchtigkeit und macht es steif und brüchig. Lassen Sie es langsam bei Raumtemperatur an der Luft trocknen.

Ein gut gepflegtes Lederaccessoire ist ein Zeichen von Stil und Wertschätzung für traditionelles Handwerk. Es altert nicht, es reift. Diese Sorgfalt ist der kleine, aber entscheidende Unterschied zwischen einem Gegenstand, der sich verbraucht, und einem, der zum treuen Begleiter wird.

Die Langlebigkeit Ihrer Accessoires liegt in Ihren Händen. Verinnerlichen Sie diese essentiellen Pflegetechniken, um ihre Schönheit zu bewahren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Qualität vor Karat: Investieren Sie in Legierungen wie 585er oder 750er Gold. Sie bieten die beste Balance aus Wert, Farbe und Widerstandsfähigkeit für den Alltag.
  • Wert ist mehrdimensional: Wahre Wertbeständigkeit entsteht aus der Kombination von hochwertigem Material, exzellenter Handwerkskunst, zeitlosem Design und der persönlichen Geschichte eines Stücks.
  • Aktive Werterhaltung: Die richtige Pflege und gelegentliche Modernisierung sind keine Pflicht, sondern eine aktive Strategie, um den materiellen und ideellen Wert von Schmuck und Accessoires für zukünftige Generationen zu sichern.

Welche Handtaschen-Modelle sind immun gegen kurzlebige Trends?

In einer Welt der schnelllebigen Modezyklen gibt es einige wenige Objekte, die eine bemerkenswerte Immunität gegenüber Trends aufweisen. Bei Handtaschen sind dies die unbestrittenen Klassiker – jene Modelle, deren Design so fundamental und perfektioniert ist, dass sie über Jahrzehnte hinweg ihre Relevanz und ihren Wert behalten. Eine Investition in eine solche Tasche ist vergleichbar mit dem Kauf eines Kunstwerks: Sie ist eine Anschaffung für das Leben und oft auch für die nächste Generation.

Was zeichnet diese zeitlosen Modelle aus? Es sind drei Kernmerkmale: exzellente Materialien (meist hochwertigstes Leder), makellose Handwerkskunst und eine ikonische, aber funktionale Form. Diese Taschen schreien nicht nach Aufmerksamkeit, sondern überzeugen durch ihre stille Präsenz und ihre Fähigkeit, jedes Outfit aufzuwerten, sei es heute oder in dreissig Jahren.

Klassische zeitlose Handtaschen als Wertanlage

Auf dem österreichischen Wiederverkaufsmarkt, wie er etwa im Wiener Dorotheum oder in spezialisierten Second-Hand-Boutiquen sichtbar wird, kristallisieren sich bestimmte Modelle immer wieder als wertstabil heraus.

Fallstudie: Wertstabilität auf dem Wiener Second-Hand-Markt

Analysen der Verkaufsdaten zeigen, dass international anerkannte Ikonen wie die Hermès Kelly oder Birkin Bag, die Chanel 2.55 oder die Lady Dior ihren Wert nicht nur halten, sondern oft sogar steigern. Doch auch abseits dieser globalen Superstars gibt es beständige Werte. Traditionelle österreichische Jagdtaschen aus robustem Sattelleder oder klassische Designs von Wiener Manufakturen wie R. Horn’s Wien, die auf Langlebigkeit und Handwerkskunst setzen, beweisen eine erstaunliche Wertbeständigkeit. Ihr Wert liegt in der Authentizität und der Qualität, die modische Launen überdauert.

Der Erwerb einer solchen Tasche sollte als bewusste Entscheidung für Nachhaltigkeit und Stil verstanden werden. Anstatt fünf günstigen Trendtaschen nachzujagen, die nach einer Saison an Reiz verlieren, ist die Investition in ein einziges, perfektes Stück eine weitaus klügere und letztlich befriedigendere Strategie. Diese Ikonen sind nicht nur Accessoires, sie sind ein Bekenntnis zu bleibenden Werten.

Um eine fundierte Investitionsentscheidung zu treffen, ist es entscheidend, die Merkmale wahrer, zeitloser Klassiker zu kennen.

Häufige Fragen zum Thema Welchen Goldschmuck sollten Sie kaufen, damit er auch in 20 Jahren seinen Wert hält?

Was ist Urban Mining bei Gold?

Urban Mining bezeichnet die Rückgewinnung von Gold aus Elektroschrott und Altschmuck statt aus traditionellen Minen. In Österreich erfolgt dies hauptsächlich über kommunale Recyclinghöfe.

Ist recyceltes Gold genauso wertvoll wie Minengold?

Ja, aus Urban Mining gewonnenes Gold ist qualitativ identisch mit Minengold und erreicht denselben Reinheitsgrad von 999er Feingold.

Wo kann ich in Österreich Altgold verkaufen?

Hauptabnehmer sind die Ögussa, das Dorotheum und spezialisierte Edelmetallhändler wie Gold&Co mit Filialen in grösseren Städten.

Geschrieben von Katharina von Auersperg, Goldschmiedemeisterin und geprüfte Gemmologin mit eigenem Atelier. Sie ist Expertin für Edelsteine, Edelmetalle, Investment-Schmuck und die Restaurierung von Erbstücken.