Veröffentlicht am April 18, 2024

Entgegen der landläufigen Meinung ist die starre „alle 6-8 Wochen zum Friseur“-Regel für die meisten Frauen in Österreich überholt und unnötig teuer.

  • Die Häufigkeit der Friseurbesuche hängt nicht von einem Kalender, sondern von Ihrer individuellen Haarpflege, der Schnitt-Technik und Ihren Zielen ab.
  • Präventive Massnahmen wie die richtige Öl-Anwendung und professionelles Werkzeug zu Hause sind wirksamer als häufiges, radikales Schneiden.

Empfehlung: Entwickeln Sie eine persönliche Längenerhaltungs-Strategie, die auf Prävention setzt, um Besuche zu strecken und langfristig Kosten zu senken, ohne die Haargesundheit zu gefährden.

Als Friseurin in Österreich höre ich diese Frage fast täglich: „Wie oft soll ich denn nun wirklich zum Spitzenschneiden kommen?“ Die meisten Frauen kommen mit der festen Überzeugung in meinen Salon, dass alle sechs bis acht Wochen ein Muss sind, um Haarbruch und Spliss in Schach zu halten. Diese Regel wird seit Generationen weitergegeben. Aber ich möchte ehrlich mit Ihnen sein: Für viele von Ihnen, besonders für jene mit dem Wunsch nach langem, gesundem Haar und einem Auge auf das Budget, ist dieser Rhythmus nicht nur unnötig, sondern oft sogar kontraproduktiv.

Die Wahrheit ist, dass gesundes Haar nicht nach einem festen Zeitplan, sondern nach Bedarf gepflegt werden will. Die eigentliche Kunst liegt nicht darin, regelmässig die Schere anzusetzen, sondern darin, den Zustand Ihrer Haare so zu optimieren, dass der nächste Schnitt so lange wie möglich warten kann. Es geht um eine bewusste Strategie, die weit über das blosse Kürzen der Spitzen hinausgeht. Es ist eine Kombination aus präventiver Pflege zu Hause, dem Verständnis für verschiedene Schnitt-Techniken und einer klaren Kommunikation mit Ihrem Friseur.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten die Zeit zwischen den Salonbesuchen verdoppeln, ohne dass Ihre Haare an Glanz oder Gesundheit verlieren. Das ist keine Magie, sondern das Ergebnis einer cleveren Längenerhaltungs-Strategie. Anstatt blind einer alten Regel zu folgen, geht es darum, die Ursachen von Spliss zu verstehen und gezielt zu bekämpfen. Die richtige Pflege zu Hause ist dabei mindestens so wichtig wie der Schnitt im Salon.

In diesem Artikel brechen wir gemeinsam mit dem Mythos des starren 6-Wochen-Rhythmus. Wir werden beleuchten, warum Ihre Haare nicht schneller wachsen, nur weil sie geschnitten werden, wie Sie Spliss effektiv vorbeugen und welche Techniken wirklich helfen, die Länge zu erhalten. So werden Sie zur mündigen Kundin, die genau weiss, was ihr Haar braucht – und was ihr Geldbeutel erlaubt.

Dieser Leitfaden führt Sie durch die wichtigsten Aspekte einer modernen und budget-bewussten Haarpflege. Entdecken Sie, wie Sie die Kontrolle über die Gesundheit und Länge Ihrer Haare zurückgewinnen, indem Sie fundierte Entscheidungen treffen.

Inhaltsverzeichnis: Ihr Weg zu gesundem langem Haar und bewusstem Stil

Warum wachsen Haare nicht schneller, wenn man sie schneidet?

Der hartnäckige Mythos, dass Haare durch Schneiden schneller wachsen, beruht auf einer optischen Täuschung. Das Haarwachstum wird ausschliesslich in der Haarwurzel, also in der Kopfhaut, gesteuert und ist genetisch festgelegt. Durchschnittlich wächst das Kopfhaar etwa 2,1 mm pro Woche, völlig unbeeindruckt davon, was an den Spitzen passiert. Wenn wir also die Spitzen schneiden, entfernen wir den ältesten und oft am meisten geschädigten Teil des Haares. Das Haar wirkt dadurch sofort dicker, gesünder und die Kante ist präziser. Dieser gesunde Look wird fälschlicherweise als beschleunigtes Wachstum interpretiert.

Der wahre Grund für regelmässige Schnitte ist nicht die Wachstumsförderung, sondern der Längenerhalt. Spliss, der an den Spitzen beginnt, kann sich wie eine Laufmasche im Strumpf nach oben arbeiten. Ein kleiner Schnitt entfernt die beschädigte Stelle, bevor sie das gesunde Haar weiter spaltet und zu Haarbruch führt. Ohne diesen Schnitt würde das Haar an der geschädigten Stelle abbrechen, was zu einem Netto-Längenverlust führt. Sie schneiden also, um nicht noch mehr Länge zu verlieren.

Gerade in Österreich, wo das Haar durch wechselnde Wetterbedingungen – von trockener Heizungsluft im Winter bis zu starker Sonneneinstrahlung im Sommer – besonders beansprucht wird, ist präventives Handeln entscheidend. Strapaziertes Haar neigt hierzulande besonders zu Glanzlosigkeit und Spliss. Ein regelmässiger, aber strategisch geplanter Spliss-Schnitt ist daher eine Investition in die langfristige Gesundheit und Schönheit Ihrer Haare, nicht in deren Wachstumsgeschwindigkeit.

Das Ziel ist also, den Spliss zu entfernen, bevor er Sie zwingt, mehr abzuschneiden, als Ihnen lieb ist. Das ist der Kern einer intelligenten Längenerhaltungs-Strategie.

Wie erklären Sie dem Friseur genau, was „nur die Spitzen“ bedeutet?

Die Phrase „nur die Spitzen, bitte“ ist der wohl am meisten gefürchtete Satz in jedem Friseursalon – sowohl für die Kundin als auch für den Friseur. Denn „die Spitzen“ können alles von einem halben Zentimeter bis zu fünf Zentimetern bedeuten. Um Enttäuschungen zu vermeiden, ist eine präzise Kommunikation unerlässlich. Anstatt vage Wünsche zu äussern, werden Sie konkret. Die beste Methode ist, die gewünschte Länge visuell zu zeigen. Nehmen Sie eine trockene Strähne zwischen Zeige- und Mittelfinger und zeigen Sie exakt, wie viel Haar entfernt werden soll.

Eine Person zeigt mit den Fingern an einer Haarsträhne präzise, wie viel für einen Spitzenschnitt abgeschnitten werden soll.

Diese visuelle Bestätigung schafft eine klare Übereinkunft und lässt keinen Raum für Missverständnisse. Sprechen Sie auch über Ihr Ziel: Möchten Sie lediglich den Spliss entfernen? Wollen Sie die aktuelle Länge so gut wie möglich beibehalten? Oder möchten Sie eine gesündere Kante, auch wenn das etwas mehr Länge kostet? Je mehr Kontext Sie uns Friseuren geben, desto besser können wir auf Ihre Wünsche eingehen und ein Ergebnis liefern, mit dem Sie glücklich sind.

Die Versuchung, nach einem YouTube-Tutorial selbst zur Schere zu greifen, endet leider oft in Tränen. Aus meiner täglichen Erfahrung im Salon kann ich das nur bestätigen, wie es auch Kollegen erleben. Ein Profi berichtet:

Mädchen, meist zwischen 12 und 15 Jahren, stehen verzweifelt bei uns im Laden, nachdem sie versucht hatten, ihre Haare nach Anleitungen im Netz zu schneiden.

– Anonymer Friseur, Schwäbische Zeitung

Ein professioneller Schnitt berücksichtigt die Wuchsrichtung, die Dichte und die Struktur Ihrer Haare – etwas, das eine Anleitung aus dem Internet niemals leisten kann. Investieren Sie lieber in eine klare Kommunikation beim Profi, als in eine teure Reparatur eines DIY-Unfalls.

Seien Sie mutig und zeigen Sie uns genau, was Sie möchten. Ein guter Friseur wird Ihre Präzision zu schätzen wissen und gemeinsam mit Ihnen die beste Lösung für Ihr Haar finden.

Spliss-Schnitt oder Länge opfern: Was rettet die Frisur langfristig?

Die Entscheidung zwischen einem minimalen Spliss-Schnitt und dem Opfern von mehr Länge ist eine strategische Abwägung zwischen kurzfristigem Längenerhalt und langfristiger Haargesundheit. Für budgetbewusste Frauen in Österreich ist es entscheidend zu wissen, wann welche Methode sinnvoll ist, da die Kosten für einen Haarschnitt variieren können. In Wien zum Beispiel kosten durchschnittlich Wiener Friseursalons zwischen 55 und 70 Euro für einen Komplettservice. Es lohnt sich also, den Besuch so effektiv wie möglich zu gestalten.

Die Wahl der richtigen Technik hängt vom Ausmass des Schadens ab. Ist der Spliss nur auf die untersten Millimeter beschränkt, können Techniken wie das „Hair Dusting“ ideal sein, bei denen nur die herausstehenden, kaputten Spitzen entfernt werden, ohne die Grundlänge sichtbar zu verändern. Ist der Spliss jedoch schon weiter fortgeschritten, ist ein klassischer Spliss-Schnitt, bei dem einige Zentimeter geopfert werden, unumgänglich, um eine weitere Spaltung zu stoppen. Eine weitere Option ist der „Care Cut“, bei dem eine elektrisch erwärmte Schere die Spitzen versiegelt.

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir die gängigsten Techniken und ihre Eignung in einer Tabelle zusammengefasst. Diese Übersicht, basierend auf einer Analyse verschiedener Schnittmethoden, hilft Ihnen, die richtige Wahl für Ihr Haar und Ihr Budget zu treffen.

Vergleich der Schnitt-Techniken zur Spliss-Entfernung
Technik Längenverlust Zeitaufwand Eignung
Hair Dusting Minimal (1-2mm) 45-60 Min Leichter Spliss
Splissschnitt 2-5cm 20-30 Min Starker Spliss
Care Cut Variabel 30-45 Min Alle Haartypen

Langfristig rettet diejenige Methode Ihre Frisur, die den Schaden an der Wurzel packt. Ein radikalerer Schnitt kann anfangs schmerzhaft sein, aber er schafft eine gesunde Basis und ermöglicht es Ihnen, die nächsten Friseurbesuche hinauszuzögern. Ein minimaler Schnitt bei starkem Spliss hingegen ist oft nur eine kurzfristige Lösung, die bald einen weiteren, teureren Besuch nach sich zieht.

Sprechen Sie mit Ihrem Friseur offen über diese Optionen. Ein ehrlicher Berater wird Ihnen helfen, die wirtschaftlich und gesundheitlich sinnvollste Entscheidung für Ihr Haar zu treffen.

Der Fehler mit der Küchenschere, der den Spliss verschlimmert

In einem schwachen Moment greifen viele zur nächstbesten Schere – oft die aus der Küchenschublade –, um eine störende Strähne oder den Spliss schnell selbst zu entfernen. Das ist jedoch einer der grössten Fehler, den Sie Ihrem Haar antun können. Eine Haarschneideschere ist ein präzises Instrument mit extrem scharfen Klingen, die das Haar sauber durchtrennen. Eine Küchen-, Papier- oder Bastelschere hingegen ist stumpf. Anstatt das Haar zu schneiden, quetscht und bricht sie es. Das Ergebnis ist eine aufgeraute, beschädigte Schnittkante, die innerhalb kürzester Zeit zu noch mehr Spliss führt.

Mikroskopische Ansicht, die den sauberen Schnitt einer professionellen Haarschneideschere mit dem ausgefransten Schnitt einer Küchenschere vergleicht.

Die mikroskopische Ansicht zeigt den Unterschied deutlich: Links ein glatter, versiegelter Schnitt, rechts eine zerfaserte, traumatisierte Haarstruktur. Dieser Schaden ist der Beginn eines Teufelskreises, der nur durch einen professionellen Schnitt wieder behoben werden kann. Sie verursachen also genau das Problem, das Sie eigentlich lösen wollten. Komplizierte Schnitte wie ein Bob oder ein Pixie sollten ohnehin dem Profi überlassen bleiben, denn dafür braucht es eine fundierte Ausbildung.

Wenn Sie zwischen den Salonbesuchen kleinere Korrekturen vornehmen möchten, investieren Sie in eine echte Haarschneideschere. Gute Einsteigermodelle sind in österreichischen Drogeriemärkten wie BIPA oder DM erhältlich und stellen eine sinnvolle Investition in die Gesundheit Ihrer Haare dar. Auch wenn die Verlockung gross ist, denken Sie daran: Scheren minderer Qualität quetschen die Haare und provozieren neuen Spliss nach nur ein bis zwei Wochen.

Ihr Aktionsplan: Heim-Haarschnitt-Ausrüstung prüfen

  1. Inventur der Werkzeuge: Überprüfen Sie alle Scheren im Haus. Gibt es eine dedizierte, scharfe Haarschneideschere? Falls nicht, entsorgen Sie die Idee des Selbstschneidens oder investieren Sie in ein geeignetes Werkzeug.
  2. Zustandsanalyse der Haare: Begutachten Sie Ihren Spliss bei Tageslicht. Beschränkt er sich auf die untersten Millimeter oder ist er bereits zentimeterhoch gewandert? Seien Sie ehrlich zu sich selbst.
  3. Fähigkeiten-Check: Haben Sie Erfahrung mit dem Schneiden? Geht es nur um eine gerade Linie am Pony oder um komplexe Stufen? Schätzen Sie realistisch ein, was Sie selbst tun können und was professionelle Hilfe erfordert.
  4. Kosten-Nutzen-Abwägung: Was kostet eine gute Schere im Vergleich zu einem professionellen „Reparatur-Schnitt“? Oft ist der Besuch im Salon die günstigere Variante.
  5. Pflegeplan erstellen: Anstatt zu schneiden, fokussieren Sie auf Prävention. Planen Sie eine Haaröl-Kur oder eine intensive Feuchtigkeitsmaske, um den nächsten Schnitt hinauszuzögern.

Denken Sie daran: Ihre Haare sind ein Schmuckstück. Behandeln Sie sie mit den richtigen Werkzeugen, oder überlassen Sie die Arbeit jemandem, der es gelernt hat.

Wann sollten Sie den Pony professionell nachschneiden lassen und wann selbst?

Ein Pony rahmt das Gesicht ein und kann einen Look komplett verändern, doch er wächst auch unbarmherzig schnell. Die Frage, ob man ihn selbst nachschneiden oder dafür zum Friseur gehen sollte, ist eine klassische Abwägung zwischen Kosten, Bequemlichkeit und Risiko. Als Faustregel gilt: Je komplexer der Pony – also asymmetrisch, fransig oder ein „Curtain Bang“ – desto eher sollten Sie die Hände davon lassen und einen Profi aufsuchen. Viele Salons in Österreich, wie zum Beispiel Filialisten wie KLIPP Frisör, bieten einen reinen Pony-Service für einen kleinen Preis an, was oft die sicherste und stressfreiste Option ist.

Wenn Sie jedoch einen einfachen, geraden Pony haben und sich den Selbstversuch zutrauen, gibt es einige goldene Regeln, um ein Desaster zu vermeiden. Der häufigste Fehler ist, das Haar nass zu schneiden. Im nassen Zustand ist es länger und schwerer; trocknet es, zieht es sich zusammen und der Pony ist plötzlich viel zu kurz. Schneiden Sie also immer im trockenen, gestylten Zustand.

Für alle Mutigen, die es dennoch wagen möchten, hier eine kurze Anleitung für eine Notfall-Korrektur:

  • Schritt 1: Die richtige Vorbereitung. Kämmen Sie den trockenen Pony glatt. Teilen Sie den Rest des Haares ab und stecken Sie ihn weg, damit Sie nicht versehentlich zu viel abschneiden.
  • Schritt 2: Die Führungslinie bestimmen. Beginnen Sie in der Mitte und nehmen Sie eine kleine Strähne zwischen Zeige- und Mittelfinger. Als Referenzpunkt für die Länge eignen sich die Augenbrauen.
  • Schritt 3: Der Schnitt. Halten Sie die Strähne locker von der Stirn weg. Schneiden Sie nun mit einer professionellen Haarschneideschere von unten in einem leichten Winkel (Point-Cut-Technik) in die Spitzen. Dadurch wird die Kante weicher. Schneiden Sie immer nur wenige Millimeter auf einmal ab und überprüfen Sie das Ergebnis. Weniger ist hier definitiv mehr.

Dieser Ansatz minimiert das Risiko, aber ersetzt keinen professionellen Schnitt. Ein Friseur kann die Dichte anpassen und den Pony perfekt in die Gesamtfrisur integrieren.

Seien Sie ehrlich zu Ihren Fähigkeiten. Ein kleiner Betrag für einen Pony-Service ist oft eine kluge Investition, um wochenlangen Frust über einen verpatzten Schnitt zu vermeiden.

Wie verhindern Sie Spliss bei langen Haaren effektiv mit Haaröl?

Haaröl ist einer der wirksamsten Verbündeten im Kampf gegen Spliss und ein Schlüsselelement, um Friseurbesuche strategisch zu verlängern. Es wirkt auf zwei Arten: präventiv und pflegend. Indem es die Haarspitzen umschliesst, bildet es eine Schutzschicht gegen mechanische Reibung (z.B. durch Kleidung oder beim Schlafen) und schützt vor Feuchtigkeitsverlust, einer der Hauptursachen für sprödes Haar. Regelmässig angewendet, hält Öl die Haarspitzen geschmeidig und elastisch, sodass sie weniger anfällig für Spaltung sind.

Die richtige Anwendung ist entscheidend. Weniger ist mehr! Für schulterlanges Haar genügen oft schon ein bis zwei Tropfen. Verreiben Sie das Öl zwischen den Handflächen und arbeiten Sie es dann sanft in die Längen und Spitzen des handtuchtrockenen oder trockenen Haares ein. Vermeiden Sie den Haaransatz, um ein fettiges Aussehen zu verhindern. Bei der Wahl des Öls gibt es fantastische lokale Schätze. Denken Sie an das steirische Kürbiskernöl, das nicht nur in der Küche, sondern auch als reichhaltige Haarpflege eine wunderbare Wirkung entfaltet.

Elegante Flaschen mit Haaröl, darunter steirisches Kürbiskernöl, auf einem Regal vor einem Fenster mit Blick auf die österreichische Landschaft.

Ein echter Geheimtipp aus der Natur ist Brokkolisamenöl. Es gilt als natürliche Alternative zu Silikonen, die in vielen konventionellen Produkten enthalten sind. Es glättet die Haaroberfläche und bekämpft Frizz, ohne das Haar zu beschweren oder Rückstände zu hinterlassen („Build-up“). Laut Experten ist Brokkolisamenöl so leicht, dass es sich sogar hervorragend für feines Haar eignet, da es Feuchtigkeit spendet und pflegt, ohne das Volumen zu reduzieren. Diese Art der gezielten Pflege von aussen ist ein zentraler Baustein Ihrer Längenerhaltungs-Strategie.

Durch diese präventive Pflege versiegeln Sie die Spitzen und geben dem Spliss kaum eine Chance, sich auszubreiten. Sie investieren aktiv in die Gesundheit Ihres Haares und können den nächsten Termin zum Spitzenschneiden entspannt nach hinten verschieben.

Die richtige Anwendung von Ölen ist eine Kunst für sich. Um das Beste für Ihr Haar herauszuholen, sollten Sie die Prinzipien der effektiven Spliss-Prävention verinnerlichen.

Betrachten Sie Haaröl nicht als Reparaturmittel für bereits vorhandenen Spliss – den kann nur eine Schere entfernen –, sondern als tägliche Schutzmassnahme für Ihre wertvollen Längen.

Wie erkennen Sie echtes Fair Fashion in österreichischen Geschäften jenseits von Greenwashing?

Als Stylistin weiss ich: Ein gepflegter Look hört nicht beim Haar auf. Die bewusste Entscheidung für Qualität und Nachhaltigkeit, die wir bei der Haarpflege treffen, lässt sich wunderbar auf unsere Garderobe übertragen. Doch gerade im Modebereich ist es schwierig geworden, echte Nachhaltigkeit von cleverem Marketing, dem sogenannten „Greenwashing“, zu unterscheiden. Viele grosse Ketten werben mit „conscious“ oder „green“ Kollektionen, doch oft verbergen sich dahinter nur leere Versprechungen.

Um in österreichischen Geschäften echtes Fair Fashion zu finden, müssen Sie zum Detektiv werden. Der erste und wichtigste Schritt ist, nicht den Werbeslogans, sondern den Zertifikaten zu trauen. Achten Sie auf anerkannte, unabhängige Siegel. Dazu gehören zum Beispiel:

  • GOTS (Global Organic Textile Standard): Dieses Siegel garantiert nicht nur den biologischen Anbau der Fasern, sondern stellt auch strenge soziale und ökologische Anforderungen an die gesamte Produktionskette.
  • Fairtrade Certified Cotton: Hier liegt der Fokus auf fairen Arbeitsbedingungen und gerechten Preisen für die Baumwollbauern.
  • Das Österreichische Umweltzeichen: Dieses staatliche Gütesiegel zeichnet Produkte aus, die über ihre gesamte Lebensdauer hinweg umweltfreundlicher sind und soziale Kriterien in der Herstellung berücksichtigen.

Seien Sie skeptisch bei markeneigenen „Öko-Labels“ ohne externe Kontrolle. Ein weiterer wichtiger Punkt ist Transparenz. Eine Marke, die wirklich nachhaltig agiert, hat nichts zu verbergen. Besuchen Sie die Website: Finden Sie dort detaillierte Informationen über die Produktionsstätten, die verwendeten Materialien und die Lieferketten? Oder bleibt alles vage und oberflächlich? Echte Fair-Fashion-Marken, von denen es auch in Österreich einige wunderbare kleine Labels gibt, sind oft stolz auf ihre ethische Produktion und kommunizieren dies offen.

Die Fähigkeit, Greenwashing zu durchschauen, ist entscheidend für einen wahrhaft bewussten Konsum. Es lohnt sich, die Kriterien für echte Nachhaltigkeit zu kennen.

Fragen Sie im Geschäft gezielt nach. Das Verkaufspersonal sollte in der Lage sein, Ihnen Auskunft über die Herkunft und die Standards der Kleidung zu geben. Ihr Interesse zeigt den Händlern zudem, dass eine Nachfrage nach echter, transparenter Fair Fashion besteht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine strategische Haarpflege zu Hause ist der Schlüssel, um Friseurbesuche zu reduzieren und Kosten zu sparen.
  • Präzise Kommunikation und die Wahl der richtigen Schnitt-Technik sind entscheidend für den Längenerhalt.
  • Ein bewusster Stil geht über das Haar hinaus und umfasst auch ethische Entscheidungen bei der Wahl Ihrer Kleidung.

Wie integrieren Sie traditionelle Elemente (Tracht) modern in den österreichischen Alltag?

Ein authentischer Stil in Österreich schöpft oft aus der reichen Tradition des Landes. Tracht ist hier mehr als nur ein Kostüm für das Volksfest; sie ist ein Stück Identität. Die Kunst besteht darin, traditionelle Elemente so in die Alltagsgarderobe zu integrieren, dass der Look modern und individuell wirkt, anstatt verkleidet. Der Schlüssel dazu ist das Prinzip „Weniger ist mehr“. Anstatt ein komplettes Dirndl oder eine Lederhose zu tragen, konzentrieren Sie sich auf ein einziges, hochwertiges Trachtenelement als Statement-Piece.

Eine der elegantesten Möglichkeiten ist das Kombinieren eines traditionellen Jankers oder einer Trachtenjacke mit modernen Basics. Tragen Sie einen klassischen Lodenjanker zu einer schlichten, gut sitzenden Jeans, einem weissen T-Shirt und Sneakern. Dieser Stilbruch zwischen rustikal und urban ist spannend und absolut alltagstauglich. Der Janker verleiht dem simplen Outfit sofort eine besondere, österreichische Note, ohne überladen zu wirken.

Auch Accessoires bieten ein wunderbares Feld zum Experimentieren. Ein Charivari, traditionell an der Lederhose getragen, kann an einer modernen Handtasche zu einem einzigartigen Blickfang werden. Ein seidenes Trachtentuch, das nicht zum Dirndl, sondern locker um den Hals zu einer Bluse oder einem Pullover gebunden wird, setzt einen subtilen, farbigen Akzent. Ebenso können Schmuckstücke mit traditionellen Motiven wie dem Enzian oder dem Edelweiss einem schlichten Outfit eine persönliche und heimatverbundene Note verleihen. Wichtig ist, dass Sie sich wohlfühlen und das traditionelle Element als Teil Ihres eigenen Stils und nicht als Fremdkörper empfinden.

Die moderne Interpretation von Tradition erfordert Fingerspitzengefühl. Lassen Sie sich von den Möglichkeiten inspirieren und überlegen Sie, wie Sie diese Elemente in Ihren persönlichen Stil integrieren können.

Experimentieren Sie und finden Sie heraus, welches Stück Tradition am besten zu Ihrer Persönlichkeit passt. So schaffen Sie einen einzigartigen Look, der Ihre Wurzeln ehrt und gleichzeitig absolut im Hier und Jetzt verankert ist. Es ist diese bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Stil, die wahre Eleganz ausmacht – vom Haaransatz bis zur Schuhsohle.

Geschrieben von Renate Hofer, Friseurmeisterin und Spezialistin für Haargesundheit und Kopfhautpflege. Mit 20 Jahren Salon-Erfahrung in Wien kennt sie die Herausforderungen von kalkhaltigem Großstadtwasser genau.